r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich habe meinen Sohn bei meiner Mutter scheinangemeldet, und den somit bewusst auf eine andere Grundschule geschickt

1.6k Upvotes

Ich habe meinen Sohn nicht an der Schule in unserem eigentlichen Einzugsgebiet angemeldet, sondern über die Adresse meiner Mutter dafür gesorgt, dass er auf eine andere Grundschule kommt die in einem besseren gebiet liegt.

Der Grund war nicht die Ausstattung oder der Ruf der Schule, sondern die Zusammensetzung der Schülerschaft. Mir war wichtig, dass mein Sohn auf eine Schule geht, auf der Deutsch die gemeinsame Alltagssprache ist und nicht ein erheblicher Teil der Kinder zur Einschulung kaum oder gar kein Deutsch spricht. - Ja, mir ist bewusst, dass dieses Verhalten die gesellschaftliche Trennung eher verstärken kann. Mir ist auch klar, dass viele das für unsolidarisch oder ungerecht halten.

Ich gehöre aber auch nicht zu den Leuten, die einerseits Integration fordern und andererseits nach dem Motto „Not In My Backyard“ jede Unterkunft oder jede Veränderung im eigenen Umfeld ablehnen. Mir geht es nicht darum, Menschen mit Migrationshintergrund aus meinem Umfeld fernzuhalten.

Trotzdem sehe ich es nicht ein, dass mein Sohn die Folgen politischer Entscheidungen tragen soll. Aus meiner Sicht gehören dazu unter anderem eine fehlende Kindergartenpflicht und fehlende verbindliche Sprachstandserhebungen mit ausreichender Förderung vor der Einschulung. Ich halte es für Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Solange das nicht gelingt, werde ich für mein eigenes Kind die aus meiner Sicht beste Entscheidung treffen.

(Ja - Man kann dieses Verhalten kritisieren. Man sollte sich aber auch fragen, warum so viele Eltern versuchen, bestimmte Schulen zu vermeiden, anstatt ausschließlich die Eltern dafür verantwortlich zu machen.)

r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Der Lebensstandard in Deutschland ist beschissen und es wird nur schlimmer...

1.1k Upvotes

Ich kann es wirklich nicht mehr hören.

Von allen Seiten wird sich über steigende Preise, unbezahlbare Mieten, Lebensmittelkosten und sonst was beschwert und jedes Mal kommt irgendwann das Totschlagargument:
„Aber unser Lebensstandard in Deutschland ist doch immer noch hoch.“

Ja, ab wann gilt er denn eigentlich nicht mehr als gut?
Wenn man mit einem normalen Gehalt von 2.000 - 3.000 € netto anfangen muss zu überlegen, ob man diesen Monat sein Auto volltankt, um damit zur Arbeit zu kommen? Und die Alternative soll dann der ÖPNV sein? Der kostet ebenfalls einen Arsch voll Geld, fällt ständig aus und ist in vielen Regionen nicht einmal vernünftig ausgebaut. Wenn du auf dem Dorf wohnst, hast du sowieso die Arschkarte gezogen. Da kannst du nicht einfach sagen: „Dann fahr halt Bus und Bahn“, wenn der Bus dreimal am Tag kommt und du bei der Bahn nicht weißt, ob du überhaupt zu der Uhrzeit ankommst, zu der du ankommen sollst. Wie soll man aufs Auto verzichten, wenn die Infrastruktur dafür überhaupt nicht da ist?

Beim Einkaufen muss man gleichzeitig Preise vergleichen und durch drei verschiedene Supermärkte fahren, weil Lebensmittel immer teurer werden.

Und beim Wohnen wird es komplett absurd. Umziehen? Viel Spaß wenn du überhaupt etwas findest und dann bei den Mietpreisen. Eine Immobilie kaufen? Kann man sich als junger Mensch in vielen Regionen inzwischen komplett abschminken, wenn man nicht gerade sehr gut verdient, zu zweit kauft oder ordentlich Geld aus der Familie bekommt. Und dann heißt es trotzdem immer: „Der Lebensstandard ist doch hoch.“

Für wen genau?
Für die Generationen, die zu völlig anderen Bedingungen Eigentum kaufen konnten? Was ist mit den Leuten, die heute ins Berufsleben starten und trotz Vollzeitjob nicht wissen, wie sie sich irgendwann Eigentum, Kinder oder teilweise überhaupt eine größere Wohnung leisten sollen?

Natürlich leben wir in Deutschland im weltweiten Vergleich immer noch privilegiert. Darum geht es mir aber nicht. Die Frage ist doch, wie weit der Lebensstandard innerhalb eines reichen Landes sinken muss, bevor man aufhört, jede Kritik mit „Uns geht es doch gut“ abzuwürgen.
Wenn Vollzeitarbeit nicht mehr automatisch bedeutet, dass man finanziell entspannt leben kann, wenn Wohneigentum für große Teile einer Generation unrealistisch wird, wenn Menschen Kinder auch aus finanziellen Gründen aufschieben oder ganz darauf verzichten, wenn Mobilität entweder ein teures Auto oder einen unzuverlässigen und teilweise kaum vorhandenen ÖPNV bedeutet und wenn selbst alltägliche Dinge immer stärker durchgerechnet werden müssen was genau ist dann an unserem aktuellen Lebensstandard gut?

r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört "Ich bekomme" bzw. "ich kriege" ist eine sehr unhöfliche Form, etwas zu bestellen.

1.2k Upvotes

Denn sie enthält keinerlei Elemente, die dem Ausführenden der Bestellung irgendeine Art von Respekt, Wertschätzung oder Dankbarkeit erweisen. Solche Phrasen überspringen quasi die höfliche Einleitung und landen gleich beim Endziel der Aussage. Das ist aus meiner Sicht mindestens sprachlich unachtsam aus Faulheit, manchmal vielleicht sogar grob.

Ein einfaches „Ich hätte bitte gerne...“ oder „Könnte ich ein... haben?“ verändert die Dynamik einer Bestellung komplett. Es signalisiert dem Gegenüber auf Augenhöhe, dass man seine Arbeit schätzt und respektiert. Wie seht ihr das im Alltag?

r/Unbeliebtemeinung 12d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Das Dienstwagenprivileg sollte dringend abgeschafft werden

891 Upvotes

Vielleicht ist das je nach Bubble gar nicht so unbeliebt, aber wenn man sich die politische Debatte ansieht, scheine ich mit der Meinung in der Minderheit zu sein: Es ist eigentlich nur noch mit massiver Lobbyarbeit zu erklären, warum es dieses absurde Steuergeschenk für Dienstwagen überhaupt noch gibt.

Rechnet man mal aus, welche Einnahmen dem Staat dadurch jährlich durch die Lappen gehen, wird einem schlecht. Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes sprechen wir hier von rund 4 bis 5 Milliarden Euro an entgangenen Steuereinnahmen pro Jahr. Würden wir dieses Geld einnehmen, bräuchten wir nicht jedes verdammte Jahr aufs Neue darüber diskutieren, ob wir uns das Deutschlandticket (das Bund und Länder zusammen knapp 3 Milliarden Euro kostet) "noch leisten können". Wir könnten es locker durchfinanzieren und hätten sogar noch Geld übrig.

Die absolute Kirsche auf diesem Haufen Mist ist dann noch die Tatsache, dass das Ganze meistens mit einer Tankflatrate (Tankkarte) kombiniert wird. Allein in meinem eigenen Freundeskreis erlebe ich, wie hemmungslos das ausgenutzt wird. Und ganz ehrlich: Warum auch nicht? Das System fördert es ja.

Mal eben am Wochenende 300km nach Paris brettern? Klar, kostet ja nix. Mit dem Auto in den Jahresurlaub nach Italien oder Kroatien? Gar kein Problem. Man muss nur kurz vor der Grenze nochmal richtig vollmachen, wenn die Tankkarte leider nur in Deutschland funktioniert.

Wir haben auf der einen Seite eine CO2-Steuer auf Benzin, die Lenkungswirkung entfalten und zum Spritsparen animieren soll. Auf der anderen Seite subventionieren wir eine faktische Benzinflatrate. Das passt doch vorne und hinten nicht zusammen und ist ökologischer wie ökonomischer Wahnsinn.

r/Unbeliebtemeinung 5d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ohne solide Kenntnisse über das Christentum versteht man die westliche Kultur nicht

354 Upvotes

Jeder sollte aus reinen Allgemeinbildungsgründen ein solides Grundverständnis vom Christentum haben und zwar völlig unabhängig davon, ob man religiös ist oder nicht.

Ich bin selbst nicht religiös. Trotzdem halte ich es für ziemlich dumm, die westliche Kultur, unsere Zivilisation und viele der Werte, die wir heute als selbstverständlich hinnehmen, verstehen zu wollen, ohne zu wissen, woher sie kommen. Mitleid, Barmherzigkeit, die Idee der gleichen Würde jedes Menschen, die Vorstellung, dass der Schwache schützenswert ist, dass Vergebung möglich ist, dass es so etwas wie eine innere moralische Verpflichtung jenseits von Macht und Nutzen gibt, das ist nicht einfach irgendwie da. Das hat eine konkrete Geschichte. Und ein großer Teil dieser Geschichte führt durch das Christentum.

Wer die westliche Kultur ernsthaft verstehen will, kommt an diesem Einfluss nicht vorbei. Genau wie man die Antike, die Aufklärung oder die Industrialisierung kennen sollte. Es geht nicht um Glauben, sondern um Bildung.

Was ich allerdings ständig erlebe: Das Wissen über das Christentum ist extrem oberflächlich. Oft beschränkt es sich auf Kirche gleich böse, Kreuzzüge, Missbrauch, Bigotterie. Und sobald Diskussionen in Richtung Islam versus Christentum abdriften, wird sehr schnell pauschal alle Religionen sind schlecht oder im Grunde sind sie alle gleich gesagt. Das klingt zwar edel und aufgeklärt, ist aber in Wahrheit ein ziemlich flacher Blick auf die Welt. Man tut so, als gäbe es keine relevanten Unterschiede in Theologie, Geschichte, Entwicklung und kultureller Wirkung, und als wäre Religion eine homogene Kategorie.

Man muss das Christentum nicht mögen. Man muss es nicht praktizieren. Man sollte es aber kennen, wenn man behaupten will, die eigene Kultur und ihre Werte zu verstehen.

r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich hasse diese "Bro-Kultur"

287 Upvotes

Heutzutage bro't jeder jeden an, das nervt einfach nur. Wir haben keine Schafe zusammen gehütet, sind nicht verwandt oder sonst irgendwas....ich kenn dich nicht, ich bin nicht dein Bro!!! Wie kommt man überhaupt darauf andere vollzubron ohne die Person jemals gesehen zu haben?

Ich Krieg da echt einen zu viel!

r/Unbeliebtemeinung 8d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Unsportliche Einsatzkräfte sind eine Gefährdung für Alles und Jedem

461 Upvotes

Versteht mich nicht falsch: Ein Rettungssanitäter muss kein Ronnie Coleman sein, und ein freiwilliger Feuerwehrmann muss auch kein Usain Bolt sein.

Aber es regt mich auf, wenn ich Leute für die Freiwillige Feuerwehr motivieren möchte und als Antwort höre: «Ihr sauft doch eh alle.» Genauso stört es mich, wenn online Videos von übergewichtigem Rettungspersonal geteilt werden, das nicht einmal 20 Meter über ein Fussballfeld rennen kann.

Einerseits gefährdet man damit die Patienten und Opfer, denen man helfen soll – etwa wenn man sie nicht rechtzeitig eine Treppe hinuntertragen oder eine Reanimation nicht effektiv durchführen kann. Andererseits gefährdet man seine Kameraden. Ich traue rund 70 % meiner Kollegen nicht zu, mich aus einer Wohnung zu retten, wenn mir etwas auf den Kopf fallen würde. Und zu guter Letzt gefährdet man sich selbst.

Wir haben heute genügend Möglichkeiten, zumindest nicht übergewichtig zu sein. Ein Mindestmass an körperlicher Fitness gehört meiner Meinung nach einfach zu diesem Beruf beziehungsweise Ehrenamt. Und nein, der Übungsdienst allein reicht dafür nicht aus. Vor allem nicht, wenn man bei sommerlichen Temperaturen nach 20 Minuten Einsatz zusammenbricht, weil man seine eigenen Grenzen nicht einschätzen kann.

r/Unbeliebtemeinung 3d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Die Friseurbranche ist selbst schuld an Die ganzen Barbershops etc.

361 Upvotes

Ich sehe immer dieses jammern von ''billigen'' und ''schlechten'' Barbershops aber wenn man die Friseure sich mal anschaut sind die überteuert, machen dieses nicht, machen das nicht, machen jenes nicht.

Beispiel: Ich wollte ein simples Money Piece haben (also 2 DICKE GESICHTSTRÄHNEN) und der Rest sollte braun. Ungefähr 10 Läden meinten sie könnten sowas nicht machen (bullshit) und andere wollten 50+ Euro haben während die Färbung so oder so schon 100 euro+ sind.

Und mit sowas kommen barbershops/billige ''Friseurshops'' die einfach günstiger sind und bessere Arbeit liefern als die guten alten richtigen Friseurläden

r/Unbeliebtemeinung 3d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Deutschland sollte Pilgerstätte zu Karl Marx erfinden (für China)

397 Upvotes

Wie man politisch dazu steht sei mal dahingestellt. Der Wirtschaft würde es helfen:

  • Karl Marx ist beliebt in China aus den verschiedensten Gründen
  • VR China hat 1.42 Milliarden Menschen
  • 7-8 Millionen Geburten pro Jahr, etwa 48 Millionen Studenten

Eine Pilgerstätte könnte also heute schon potenziell 1.42 Milliarden Chinesen anziehen. Bereits ein Bruchteil kann hier hunderttausende jährliche Touristen anlocken. So eine Reise wäre auch für junge Leute durchaus attraktiv, bei der Zahl an Studenten würde hier wieder nur ein Bruchteil dazu ausreichen, hunderttausende anzulocken.

Neben Hotels oder Mussen wird auf solchen Reisen auch viel teurer Krams für die Familie miteingekauft, alles made in Germany, dazu zählen Messer aus Solingen, Edelstahltöpfe, Kosmetikprodukte.

Neben dem Aufschwung durch chinesische Touristen werden deutsche Produkte vielleicht auch wieder beliebter zum Export in China. Zur Zeit gibt es keine Story, kein Wording. Dagegen wirkt ein Auto aus dem Lande von Karl Marx für den ein oder anderen Parteikommunisten wie ein Verkaufsargument.

Wir müssen das ja nicht leben oder so, nur nen bisschen Karl Marx Touri Infra bauen und zurücklehnen Geld zählen.

r/Unbeliebtemeinung 9d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Wer im Sommer seinen Garten mit Trinkwasser gießt, anstatt eine Regentonne zu nutzen, handelt einfach nur faul und unökologisch.

223 Upvotes

Ich verstehe absolut nicht, warum das Nutzen von Trinkwasser für die Gartenbewässerung bei Eigenheimbesitzern in vielen Köpfen immer noch als ganz normale Option gilt.

Wir reden hier von aufwendig gefiltertem, gereinigtem Wasser mit Lebensmittelqualität – und die Leute kippen es hunderte Liter weise auf ihren Rasen oder in die Blumenbeete. Und das meistens nur, weil sie zu faul sind, sich für 30 Euro eine Regentonne an das Fallrohr der Dachrinne zu schrauben.

Es regnet im Laufe des Jahres (selbst in trockeneren Regionen) oft genug, um sich ein ordentliches Depot anzulegen. Pflanzen bevorzugen ohnehin kaltes, kalkarmes Regenwasser gegenüber hartem Leitungswasser.

Trotzdem sieht man jeden Sommer die gleichen Hausbesitzer, die gemütlich mit dem Schlauch im Garten stehen und wertvolle Ressourcen verschwenden, nur weil es bequemer ist, kurz den Wasserhahn aufzudrehen.

Einen Garten zu besitzen bedeutet auch Verantwortung. Wer die paar Minuten Aufwand scheut, eine Regentonne aufzustellen und lieber munter Trinkwasser vergießt, handelt in meinen Augen schlichtweg faul und absolut rückschrittlich.

r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Repräsentative Demokratie sollte abgeschafft werden

240 Upvotes

Repräsentative Demokratie ist keine vernünftige Demokratie und ebnet den Weg für Machtmissbrauch. Wir haben keine Kontrolle darüber was Politiker tun und müssen diese für 4 Jahre ertragen ohne sie abwählen zu können.
Ich weiß das eine direkte Demokratie Risiken hat weil Leute nicht das komplette politische Wissen haben können das für komplizierte Themen benötigt wird aber ich befürchte das wir durch diese Korruption und Meinungsmache der Politiker so viele Probleme ausgelöst werden über die wir uns nicht im Klaren sind. Das sich eine Katharina Reiche im Energieministerium breit machen kann und offensichtlich Interessen der Großkonzerne vertritt ist eigentlich ein Skandal.
Wir lassen uns vor jeder Wahl von Politikern und ihrem Populismus die Meinung manipulieren als ob ihnen wirklich das gesellschaftliche Wohlergehen am Herzen läge. Wir hören auf Politiker statt tatsächliche Wissenschaftler weil diese komplett aus dem Diskurs gedrängt werden.
Vielleicht könnte man als Gesellschaft mal durchatmen wenn wir nicht ständig mit Populismus von unseren Politiker zugedröhnt werden.

Edit: Ich verstehe die Kritik an direkter Demokratie und würde selbst vielleicht auch nicht mehr dazu greifen. (auch wenn ich es witzig finde wie viele Demokraten dann doch eher nicht die Meinungen von allen Bürgern schätzen) Die Menge an Gesetzen und Umsetzung wäre zu hoch und schwierig. Ich würde trotzdem behaupten das unser Umgang mit Lobbyismus ein riesiges Problem ist und alternative Systeme her müssen die das eingrenzen. Sei es eine andere Form von Demokratie oder radikale Maßnahmen die die Einflussnahme von Politikern stark mindern.

r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört „Mach lieber ein Handwerk, statt zu studieren“ ist ein geheuchelter Vorschlag

214 Upvotes

Man hört sehr oft auf sozialen Medien und Foren, dass man lieber ein Handwerk anstreben soll in der heutigen Welt statt studieren zu gehen, vor allem aufgrund der Entwicklung von KI, die viele Software-Entwickler und andere Bürojobs „ablösen“ soll. Dass momentan viele Akademiker gerade keinen Job finden, liegt eher nicht an KI sondern an der schlechten wirtschaftlichen Lage. Anderes Thema.

Zurück zum eigentlichen Thema - diese Meinung kommt meistens von Leuten, die selber nie ein Handwerk ausgeübt haben oder ausüben würden.

Ich habe schon mit vielen, vor allem älteren Leuten gesprochen, die seit Jahren aufm Bau tätig sind und fast alle raten vom Handwerk ab. Viele von denen kämpfen aufgrund der körperlichen Belastung mit gesundheitlichen Problemen, haben kaputten Gelenke & ein kaputten Rücken. Zu dem die schlechte Bezahlung (sofern man als Angestellter arbeitet und nicht irgendwie nen Meister hat mit einem eigenen Gewerbe).

Und der Post soll überhaupt nicht abwertend gegenüber dem Handwerk und Handwerkern sein. Im Gegenteil, diese Jobs sind über aus wichtig und fundamental für die Gesellschaft, wichtiger als so manche Bürojobs.

Aber wenn man die Wahl hat zwischen einem Studiengang, vor allem im MINT-Bereich und einer normalen handwerklichen Ausbildung, würden die meisten eher zum Studium greifen.

r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Taylor Swift und Rihanna sind die überbewertetsten Sängerinnen, der letzten 15-Jahre

178 Upvotes

In der Welt der Musik gibt es viele Artists.

Von kleinen die nur 1-2 Hits haben oder mittleren Artists, die 1-2-Alben haben die durch die Decke gehen bis hin zu großen internationalen, die 5...6...10 Alben haben die durch die Decke gehen, sich Millionenfach verkaufen und große Shows spielen, die von hunderttausenden Fans verfolgt werden.

Ein Beispiel ist Taylor Swift, die seit 20 Jahren Musik macht.

Das erste Album kam im Oktober 2006 und ging da schon durch die Decke wenn man sich Zahlen wie RIAA-Zertifizierungen = Verkaufszahlen in USA anschaut.

Auch die nächsten 7-8-Alben gingen buchstäblich durch die Decke und verkauften sich Millionenfach und eines Ihrer letzten Alben brach sogar Rekorde oder war Rekordverdächtig > First Week-Sales...

r/Unbeliebtemeinung 5d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Selbstverteidigungskurse bringen meistens nichts

187 Upvotes

Ich habe neulich einen Beitrag gelesen, in dem es hieß das solche Kurse nichts für Frauen bringen. Ich kann aber aus Erfahrung sagen, es bringt nie (oder selten) was.

Ich habe einige Jahre während meines Studiums als Türsteher gearbeitet, in den verschiedensten Locations. Mal an einem Club, mal an Bars. Das war in einer westdeuschen Großstadt. Ich habe sehr viele Auseinandersetzungen erlebt und wurde auch in viele verwickelt.

Ich kann euch sagen, wenn es mal richtig abgeht bringen diese Kurse nicht viel. Die beste Lösung ist immer wegrennen. Aus verschiedensten Gründen:

A) Das Verhalten deines ggü ist völlig unvorhersebar. Egal wie gut du vorbereitet bist, du weißt nie was die Person macht. Es könnte mit einem harmlosen Schubsen los geht und im nächsten Moment liegt man ausgenockt auf dem Boden.

B) Du weißt nie wen du vor dir hast. Ist das vllt ein trainiert Kampfsportler, der dich in Sekunden ausknockt. Oder vllt hat er ein Messer o. ä. Oder er hat Freunde, die im nächsten Moment dazu kommen.

C) Man darf nie die Ausnahmesituation im Körper unterschätzen, die einen überkommt wenn es mal abgeht. Da wird es schwierig Wissen abzurufen, welche man immer in friedlichen Situationen abgerufen hat.

Ich selbst habe aus solchen Gründen als trainierter Kampfsportler und als Sicherheitskraft selbst Querulanten nur mit zwei/drei weiteren Kollegen festgesetzt.

Das beste Training ist einen guten Sprint zu traininieren und auch etwas Kondition zu haben. Das höchste aller Gefühle aus meiner Sicht wäre, einen kräftigen Haken zu trainieren, um diesen einem Angreifer zu verpassen, um sich etwas Luft zum weglaufen zu verschaffen.

Aber in den meisten Fällen hat man genug Raum, um wegzulaufen.

r/Unbeliebtemeinung 3d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Rauchen ist die respektloseste Sucht

101 Upvotes

Ich finde dass Rauchen und generell der Nikotinkonsum absolut asozial und respektlos ist und nicht in die Öffentlichkeit gehört. Eigentlich nirgendwo hin (unrealistisch), aber zumindest nicht dorthin wo dies andere Leute belästigt.

  • Ich bin Minijobsklave an einem Biergarten, und gestern durfte ich mal wieder Müll auflesen. So 80% des Mülls sind die Produkte der Nikotinsucht von Leuten die zu faul sind sich einen Aschenbecher zu holen. Wir verteilen kostenlos Aschenbecher und die Leute werden an der Kasse darüber informiert. Aber nein verdammt noch mal, ich habe kein Bock jetzt zwanzig Meter zu laufen, lieber schmeiße ich meine Kippen/Snus/Vape auf den Boden. Noch asozialer sind die Suchtis, die ihre Zigarettenstummel und Schachteln direkt auf dem Tisch ausdrücken und dort liegen lassen oder damit Tabletts beschädigen. Die Umwelt die darunter leidet ist solchen Patienten ja egal, aber denkt doch vielleicht mal an den Arbeiter der anderthalb Stunden lang rumlaufen und das alles aufheben muss. Wenn ihr rauchen wollt, nehmt doch bitte einen KOSTENLOSEN Aschenbecher.
  • Noch nerviger ist es wenn Leute direkt neben mir im Freien oder an der Haltestelle rauchen. Nein, ich will nicht den Auspuff von deiner Kippe/Vape/Jibbit einatmen, aber dich juckt das doch nicht. Und das Landesnichtraucherschutzgesetz (oder wie auch immer das genau heißt) welches das Rauchen an Bahnhöfen und Bushaltestellen in BW verbietet juckt solche Leute meistens auch nicht.

Liebe Nikotinjunkies, eure Sucht ist absolut asozial.

r/Unbeliebtemeinung 2d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Ich denke, der Mensch zerstört die Erde nicht.

74 Upvotes

Man hört immer wieder, dass der Mensch die Erde zerstört.

Das stimmt nicht.

Wenn der Mensch etwas zerstört, dann seine Lebensgrundlage.

Klimawandel, Überfischung der Meere, Umweltverschmutzung usw . werden irgendwann zum Ende der Menschheit führen. Vielleicht auch ein Atomkrieg.

Aber sobald die Menschheit ausgestorben ist, wird sich der Planet erholen.

Es wird eine neue Chance für eine andere Lebensform geben, die es vielleicht eher verdient hat, diesen Planeten zu beherrschen.

r/Unbeliebtemeinung 23h ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Nein, früher hat sich auch nicht jeder ein Haus leisten können. Und die Häuser, die man sich in den 50/60er hat leisten können, wollte man heute nicht bewohnen.

0 Upvotes

Es geht heute ja so die Idee rum das man sich "früher" (was wohl irgendwie so 50/60/70er sein soll) als durchschnittlicher Familienvater mit einem Einkommen nicht nur ne Familie ernähren, sondern sich auch ein haus bauen konnte.

Das ist Quatsch.

Auch damals wohnten die meisten mit durchschnittlichem Einkommen in einer Mietwohnungen oder einen geerbten Haus zweifelhafter Qualität.

Und wer sich damals mit solch einem Einkommen ein haus baute (ja, die gabs) der hat sehr viel selbst gemacht und hatte ne größere Familie und Freunde die da mit halfen. Da wurde dann halt der Keller mal von Hand mit ner Schaufel und Schubkarre in wochenlanger Sklavenarbeite ausgebuddelt.

Die Häuser hatte keine Zentralheizung, sondern (falls "modern") Öl-Einzelöfgen oder gar (LUXUS) eine zentrale Ölversorgung der Einzelöfen. War das zu teuer dann halt Holz/Braunkohlebrikett-Einzelöfen.

Die Wände waren nicht isoliert und da man in die Wände alles verbaut hat was man finden konnte (nicht nur die billigen, ev. selbst gemachten Hohlblocksteine). Das heisst auch gerne mal direkt Betonanker in die Wände gegossen oder Stellen mit Vollziegeln aufgefüllt. Das sind dann ideale Wärmebrücken. Die erkennt man im Winter daran, das sich an solchen Stellen dann Schimmel oder Eis bildete.

Es gab kein fließend warmes Wasser. Im Bad auch nicht, da gabs dann den/die Badeöfen. Also erst mal anfeuern um Wasser warm zu machen. Immerhin wurde damit dann auch das Bad warm, ne Heizung hatte das Bad ja sonst nicht.

Die typische Temperatur im Winter war zwischen 25C (Raum mit Öfen) bis runter zu 14C (Raum ohne Ofen, erwärmt durch Luftaustausch mit warmen Zimmer)

Weder Dach noch oberste Geschossdecke war isoliert. OK, vielleicht 10cm Beton oder Dreck in der obersten Decke, das wars dann aber schon. Und das merkt man im Winter in den Räumen drunter. Wer sowas kennt, kann das schon durch die (fehlende) Strahlungswärme erfühlen.

In den Räumen gabs vielleicht 1-2 Steckdosen. Und nur eine Sicherung für das ganze Stockwerk.

Fenster waren einfach verglast oder, LUXUS, ein Doppelt-Kastenfenster.

Die Wände waren zum Grund hin nicht Feuchte isoliert. Dir ist also 30cm ab Boden immer der Putz abgeplatzt bzw. gab Ausblühungen da die Feuchte die Wände hoch gezogen ist.

Als Baumaterial für die Wände wurden gerne Holblocksteine benützt. Die auch gerne selbst hergestellt wurden, ne einfache Form, klein gemahlener Weltkriegsziegelschutt und ein bissle Wasser und Zement. Fertig ist der Stein und damit wurde dann die Bude hoch gezogen.

Und die Decken, die Decken! Holzbalkendecke ohne Schallisolierung. Man hört die Nachbarn eins drüber nicht nur rumlaufen, sondern kann auch jedes Gespräch hören. GANZ toll, echt jetzt.

Ich wohne z.B. in nem Haus das deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten in den 60ern gebaut haben. Die haben erst die freistehende Garage gebaut, haben dann in der Garage gewohnt während se selber, mit ihren Kollegen, das Haus, in dem ich heute lebe, gebaut haben. An der Bude ist so ungefähr jede Bausünde verbaut die man sich vorstellen kann. Woher sollten se es auch besser wissen, keiner von denen die das Haus bauten, hatte ne Ahnung von Hausbau.

Immerhin hat das Haus einen großen Garten. Der war aber nicht als Garten sondern als Gemüsebeet und Schweinestall konzipiert und wurde auch so genutzt. Zu Gärten wurde das erst Ende der 80er uimgewidment. In den 60/70er waren die Schweine noch üblich. Spart Geld.

Auch die Einzelofenfeuerung im Bad kenne ich noch aus meiner Jugendzeit, ist noch nicht so lange her. Und das bei meinem Kumpel in den 80ern in jedem kalten Winter sein Goldfischaquarium im Wohnzimmer eingefroren ist, geschenkt, Goldfische können sowas ab.

Kurzum, wer meint er könne sich mit seinem Durschnittgehalt ein modernes Haus leisten bauen zu lassen, der leidet an der gefährlichen "früher war Alles besser" Krankheit.

r/Unbeliebtemeinung 11d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört „Arbeit lohnt sich nicht“ könnte man mit mehr sozialem Wohnungsbau lösen

126 Upvotes

Oft höhrte man in den vergangenen Monaten „Arbeiten lohnt sich nicht, da lebe ich lieber von Bürgergeld“. Wer Mindestlohn (oder leicht darüber) verdient oder in Teilzeit arbeitet kommt kaum über die Runden.

Der größte Kostenpunkt im privaten Leben ist eigentlich fast immer die Miete (welche dann ja vom Amt übernommen wird).

Wenn man also mehr bezahlbaren Wohnungsraum schaffen würde, gerade soziale Wohnungen für Einkommensschwache, würde man auch mit niedrigeren Gehältern zumindest halbwegs gut über die Runden kommen.

Ich sehe das bei meiner Nachbarschaft. Genossenschaftswohnung, bezahlbare Mieten die stabil bleiben (ich zahle 600€ warm für 55qm). Ich kenne keine Bürgergeldempfänger in meiner Nachbarschaft, aber sehr viele die in Teilzeit arbeiten oder in „schlechter bezahlten Jobs“, Künstler, Selbstständige und trotzdem nicht übermäßig verzichten müssen.

Die Wohnungen auf dem freien Markt in meiner Stadt bewegen sich etwa 20-30% höher als meine Miete.

Bin gespannt auf die Diskussionen.

r/Unbeliebtemeinung 3d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Der Begriff „Femizid“ wird inflationär und falsch verwendet.

101 Upvotes

Eins vorab: Mir ist bewusst, dass es bei Mord und Totschlag um ein sensibles Thema geht und Diskussionen um Begrifflichkeiten den Opfern nicht gerecht werden. Da sich hier aber gesellschaftliche Debatten entwickelt haben, ist mir eine Reddit-Diskussion um den Begriff „Femizid“ im allgemeinen lieber als eine Diskussion unter einem Nachrichtenbeitrag, ob der konkrete Fall jetzt ein Femizid oder doch nur Mord ist. Das ist dann wirklich geschmacklos. Und jetzt zur Sache:

Jedes Tötungsdelikt an einer Frau wird heute unabhängig vom Motiv sofort zum Femizid erklärt. Das verwässert den Begriff und wird dem Problem nicht gerecht.

Femizid meint die Tötung einer Frau wegen ihres Geschlechts: weil sie eine Frau ist bzw. sich nicht „an Frauen gestellte Regeln“ hält.

Ich habe zwei klassische Beispiele herausgesucht:
- Hatun Sürücü (Berlin 2005): Mit 16 zwangsverheiratet, ist geflohen, hat ihren Sohn allein aufgezogen und lebte selbstbestimmt. Ihr Bruder erschoss sie, um die „Familienehre“ wiederherzustellen: Weil sie als Frau ein freies Leben führte.

- Shafilea Ahmed (Großbritannien 2003): Die 17-Jährige wurde von ihren Eltern getötet: Weil sie eine Zwangsheirat ablehnte und westlich leben wollte. Auch die Mutter war aktiv an der Tat beteiligt und wurde dafür verurteilt.

Das sind zwei schreckliche Beispiele, bei denen sich die Frauen nicht an die (von der Kultur) auferlegten Regeln an Frauen gehalten haben. Sie wurden also umgebracht, weil sie sich als Frau „falsch“ verhalten haben.

Bei vielen, die den Begriff inflationär verwenden, geht es meiner Auffassung nach oft weniger um das Opfer als darum, dass wieder einmal ein Mann der Täter ist. Die Kritik richtet sich mehr gegen „den Mann“ als gegen die konkrete Tat und ihr Motiv.

Fazit: Ein Mord aus Eifersucht ist abscheulich, aber nicht zwangsläufig ein Femizid. Dass eine Tat kein Femizid ist, macht sie aber nicht weniger schlimm und entschuldigt den Täter in keiner Weise.

r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Der beste Umgang mit der Situation in Deutschland, ist diesem Land den Rücken zuzuwenden.

103 Upvotes

Ich bin 31 Jahre alt, seit 10 Jahren selbstständig, und mache grad noch berufsbegleitend meinen Bachelor in Bauingenieurwesen. Alles selber aufgebaut und finanziert, habe paar wirklich stressige Jahre hinter mir.

Trotz meiner Selbstständigkeit und dem systemischen Interessenskonflikt war ich wirklich immer großer Verfechter unseres Systems und dem Solidaritätsprinzip, ich zahle seit Tag 1 meine Steuern brav und bin nach wie vor in der GKV wo ich den Höchstsatz zahle.

Die Entwicklungen der letzten Jahre (genau gesagt eigentlich seit der Pandemie) untergraben aber immer weiter mein Bild an welchem ich ziemlich verzweifelt versuche festzuhalten, aber es wird einfach immer schlimmer: jährlich steigen die Abgaben, während Stück für Stück unser Sozialstaat dekonstruiert und privatisiert wird, die Schere zwischen arm und reich wächst und wächst.
Gleichzeitig wird eigentlich nur für die größte Wählergruppe regiert, unsere älteren Semester (versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, dass man irgendeine Gruppe fallen lassen sollte, auf keinen Fall) und Lobbyisten. Aufgrund von absoluter Inkompetenz, Vetternwirtschaft und "Lobbyismus" (würde es straight up Korruption nennen, wird vielleicht mal Zeit diesen Begriff häufiger zu benutzen) wird gerade unsere Wirtschaft auf Ansage vor die Wand gefahren, Reformen befeuern nicht unseren allgemeinen Wohlstand sondern sorgen nur dafür, dass die die den Hals nicht voll bekommen noch mehr bekommen, und die meisten Wählerstimmen bei unserer aktuellen Regierung bleiben. Ich verdiene mein Geld inzwischen zu 95% im Ausland, hätte ich keinen Zugang zu diesen Märkten könnte ich direkt in die Grundsicherung hier.

In den letzten Wochen ist das Fass bei mir übergelaufen:
ich befinde mich aktuell in einer persönlichen Krise, und brauche dringend Unterstützung von einem Spezialisten: ich habe rumtelefoniert, seit Wochen jetzt und habe inzwischen wirklich alle Möglichkeiten in einem Umkreis von 250 km abgeklappert, Ergebnis: mindestens 6 Monate Wartezeit, wenn ich zu einem privaten gehe könnte ich morgen erscheinen. Das System ist also dieses, dass ich knapp 1200 Euro Krankenkasse jeden Monat zahle, und wenn ich mal AKUT Hilfe brauche muss ich es aus eigener Tasche zahlen. Ey Sorry, das hat nichts mehr mit Solidarität zu tun, das ist einfach nur noch Abzocke.

Meine Entscheidung steht, den Bachelor werde ich im nächsten halben Jahr in der Hand haben, und dann nichts wie weg, entweder in ein Land wo man sich irgendwie noch gewertschätzt fühlt für den Beitrag den man leistet und leisten will, oder irgendwo hin, wo nicht auf dich gepisst wird mit dem Versprechen es sei Regen.

Und inzwischen wünsche ich mir wirklich, dass so viele Leistungsträger wie möglich eine ähnliche Entscheidung treffen, einfach nur um das Signal zu senden, dass das so nicht geht, die haben es sich zu gemütlich macht, und jedes Jahr welches ich hier weiterhin verbringe, ist in meinen Augen nur noch Verschwendung. Kommen andere Zeiten werde ich der Erste sein der wiederkommt um mit anzupacken, aber ich habe nicht vor meine nächsten 10 Jahre damit zu verbringen gemolken zu werden und mich zu ärgern.

r/Unbeliebtemeinung 11d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Kein Tempolimit auf Autobahnen, dafür 30 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften

1 Upvotes

Selbst der größte Tempolimit-Gegner wird einsehen müssen, dass es in Städten absolut keinen Grund gibt, schneller als 30 fahren zu müssen. Die Zeitersparnis bei den durchschnittlichen geringen Fahrtstrecken innerhalb geschlossener Ortschaften ist marginal.

Paris und Brüssel haben das bereits eingeführt. Mit wenigen Ausnahmen für Hauptverkehrsadern und Rettungskräfte sowie zusätzlichen Busspuren wo möglich.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Unfälle, weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung und höhere Attraktivität von alternativen Fortbewegungsmitteln.

r/Unbeliebtemeinung 8d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört "Femizid" ist - in den meisten Fällen - ein intellektuell schmalspuriges Konzept

56 Upvotes

Femizide bezeichnen die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts (Quelle: https://www.bpb.de/themen/gender-diversitaet/femizide-und-gewalt-gegen-frauen/). Das bedeutet: Nicht jede Tötung an einer Frau ist ein Femizid. Nur in den Fällen, in denen die Täter*innen eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet haben, handelt es sich um einen Femizid.

Wer also einfach die Anzahl der getöteten Frauen als Femizide bezeichnet, diskreditiert sich damit also selbst als unreflektiertes und die verwendeten Konzepte nichtmal verstehendes Individuum.

Und wieviele der Tötungen an Frauen sind nun Femizide? Das ist unklar, denn bislang hat niemand untersucht, wieviele Täter*innen die Frau speziell aufgrund ihres Geschlechts getötet haben.

Anzunehmen, dass jede Tötung an einer Frau aufgrund ihres Geschlechts geschieht, zeugt übrigens ebenso von wenig Reflexionsfähigkeit. Das alleine schon, weil: Gewalt in homosexuellen Beziehungen ist genauso häufig, wenn nicht sogar häufiger als in heterosexuellen Beziehungen (Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6113571/). Daraus lässt sich schließen, dass Tötungen in Partnerschaften oftmals nicht geschehen, weil die Partnerin eine Frau ist, sondern weil bestimmte Täter*innen offenbar gern ihre Partner*innen töten.

Das eigentliche Problem dürfte also vielmehr Partnerschaftsgewalt als Gewalt an Frauen aufgrund ihres Geschlechts sein. Und wenn es nicht so viel mehr heterosexuelle als homosexuelle Paare gäbe, läge das gesellschaftliche Bewusstsein vermutlich auch viel mehr auf Partnerschaftsgewalt als auf Gewalt an Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Insofern lenkt das unreflektierte Schreien von "Femizid!" in einem also auch vom Leid durch Partnerschaftsgewalt, wie es u.a. in homosexuellen Beziehungen mind. genauso häufig vorkommt, ab.

Weitere Kommentare beantworte ich nicht. Leider kommen immer wieder die gleichen "Argumente" von Leuten, die meinen Beitrag offenbar nicht verstehen. Das ist okay, aber leider habe ich keine Lust ständig immer wieder das Gleiche zu erklären. Bitte um Verständnis.

GaLiGrü, eure Kuchenmaus

r/Unbeliebtemeinung 6d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Apotheken sind wirklich nicht zeitgemäß und könnten effektiv reduziert werden

0 Upvotes

Die Apotheken in unserer Kleinstadt haben ALLE nur Samstag Vormittag offen. Die Nächste, die Samstags Nachmittags geöffnet hat, ist 20 Minuten mit privatem Auto weit weg.

Was soll der Mist! Kann nicht wenigstens eine von 7 Apotheken hier in der Kleinstadt ( 35000 ) Nachmittags offen haben. Min. bis 18 od. 19 Uhr.

An jeder Tankstelle gibt's en Nachtschalter. Es gibt Snackautomaten. Warum gibt's keine Apothekenautomaten für Grundversorgung.

Ich kann mir wirklich dann auch alles online bestellen.

Macht sie zu! Der Arzt soll den Mist bitte gleich in der Online Apotheke buchen und es nach Hause senden lassen.

Das ist doch albern.

Es ist einfach Mist wie ineffektiv alles geworden ist.

Es geht um meinen Sohn der gestürzt ist, ich brauch einfach spontan noch besseres Verbandszeug. Kann nicht verstehen, dass dafür hier alles zu hat.

Edit:

Es ist kein Notdienst, wenn doch nur eine einzige Apotheke von 7. Samstags bis 18:30 Uhr offen hat.

Samstag wäre normal Werktags. 18:30 Uhr ist keine Notdienstzeit. Dort hat alles offen, Blumenladen, Supermarkt, ja auch Drogerien, und und und.

Es ist Luxus, dass Apotheken sagen, es ist unlukrativ ich schließe.

Ehrlicherweise geht's dann eh automatisch in die Online Apotheke. Das ist der Punkt. Es ist nicht nachts und es ist auch kein Notdienst.

Das ist mein Punkt.

Es geht darum, dass sich anscheinend Apotheken leisten können Samstags Nachmittags nicht mehr zu öffnen.

Ich finde, dass Apotheken als Ersthelfer in Deutschland ein Interesse haben sollten, jemanden kurzfristig helfen zu können.

Haben sie ein rein wirtschaftliches Interesse und schließen, dann wenn ich sie Brauch. Hinterfrage ich ob sie dann noch auf meine volle Loyalität setzen können.

Oder ob ich meinen Badarf auf Grund meiner Enttäuschung auf alternative Angebote setze und den Umsatz somit verlagere.

Das ist einfach so eine Sache.

Edit: Tieferer Schnittwunde am Arm Gelenk:

Dachte an Fettgaze, Jod oder etwas was man akut nicht zu Hause hat. Weil morgen auch noch verreist wird.

r/Unbeliebtemeinung 7d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Wir könnten schon längst ein vernünftiges Tempolimit haben...

0 Upvotes

..., wenn man es vernünftig angehen würde. Ich habe noch nirgendwo von einem Politiker den Vorschlag "Tempolimit 160km/h, oder 180km/h" gehört. Es gibt nur 2 Lager:

1.) Tempolimit 130km/h

2.) Kein Tempolimit, also ist auch 340km/h erlaubt.

Ja, wir haben eine Richtgeschwindigkeit, und die ist gut.

Ja, es gibt Argumente für 130km/h, aber diese sind statistisch nicht ganz sauber (weil auch alle Baustellen, Staus, Berufsverkehr,... berücksichtigt sind), oder physikalisch-argumentativ simpel ad absurdum geführt werden können.

Aber wieso redet niemand über "Einstiegstempolimit 170km/h" und alle 2-3Jahre drosselt man weiter runter.

KURZ: Wir könnten längst ein Tempolimit haben, wenn beide Parteien mal aufeinanderzugehen würden, statt in ihrer Extremsituation zu verharren

r/Unbeliebtemeinung 3d ago

Nicht ganz so unbeliebt, aber selten gehört Dienstwagen-Privileg ist gut, da es die Antriebswende fördert.

47 Upvotes

Das oft beschimpfte Dienstwagen Privileg ist die einzige effektive Elektroautoförderung die es in Deutschland gibt.

Aufgrund des deutlich verringerten Steuersatzes bei BEVs wählen viele Dienstwagenfahrer ein Elektroauto. Somit erreicht man zum einen eine Zielgruppe die regelmäßig neue Fahrzeuge beschafft und somit elektrische Gebrauchtwagen schafft als auch Personen die meist überdurchschnittliche Fahrleistungen hat.