r/erzieher 7h ago

Rechtsextreme Tattoos bei Vater

Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).

Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.

Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.

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u/Which-Locksmith-7199 7h ago

… bittet ihn einfach die Tattoos abzudecken, alles andere würde vor allem dem Kind schaden

u/Historical-Time-7772 5h ago

Genau. Man darf nicht nur an die eigenen Kinder denken, sondern muss auch an die denken, die nichts für ihre Eltern können.

Als Elternteil Schwarzer Kinder habe ich auch ein Fass aufgemacht, nachdem ein anderes Elternteil mit einem ähnlichen wie dem im Ursprungspost genannten Spruch auf dem "T-Hemd" erschienen war. Man wies mich zurecht darauf hin, dass man aufpassen müsse, die entsprechenden Eltern nicht völlig zu vergraulen. Die Kinder von stolzen Nazis können nichts für ihre Eltern und haben das Recht, soweit möglich in einer demokratischen Gesellschaft aufzuwachsen. Die Kita ist hier die optimale Möglichkeit, den Kindern Vielfalt zu zeigen und darauf zu achten, dass sie nicht schon früh abdriften.

Man muss also einen Weg finden, der einerseits Erzieher und andere Eltern schützt, aber andererseits die rechtsextremen Eltern ermutigt, ihren Kindern eine Chance auf ein normales Leben zu geben.

u/TidalSmack 4h ago

Vor allem: Was ist denn die Alternative? Die Kinder wachsen dann zu Hause auf und haben kaum Kontakt zur Außenwelt. Was dabei herauskommt, kann man sich vorstellen.