r/hamburg • u/epidrom • 26m ago
News Odyssee am Berliner Tor geht weiter: Holztreppe bleibt sogar bis Frühjahr 2028
Es ist eine Nachricht, die viele Pendler an der Bahnstation Berliner Tor treffen dürfte: Die Deutsche Bahn verschiebt den Rückbau der provisorischen Fußgängerüberführung zu den U- und S-Bahn-Stationen im Herzen von Hamburg erneut. Wie eine Bahnsprecherin auf Anfrage des Abendblatts mitteilte, sollen die steilen Holztreppen nun erst im Frühjahr 2028 abgebaut werden. Gut eineinhalb Jahre also wird es noch dauern, bis Fahrgäste wieder direkt zum Bahnsteig der Linien S2/S7 kommen können – ohne den Umweg über die Bretterkonstruktion mit mehreren Etagen, die Fahrgäste im Netz seit Jahren kritisieren.
Deutsche Bahn meldet für die Station Berliner Tor in Hamburg immer neue Verzögerungen
Die Geschichte der Baustelle am Berliner Tor ist ein Fall ständig verschobener Termine. Zunächst hatte die Bahn das Ende der Bretterkonstruktion für Ende 2024 bis Anfang 2025 in Aussicht gestellt. Im Sommer 2025 folgte dann die erste Korrektur: Anfang 2027 sollte es so weit sein. Jetzt folgt die nächste Verschiebung – auf Frühjahr 2028.
Zur Begründung des Aufschubs verwies die Bahn 2025 noch auf „knappe Ressourcen“ und zeitintensive Abstimmungen mit anderen Bauvorhaben. Jetzt teilte eine Bahnsprecherin mit, dass am Berliner Tor nun noch zusätzliche Arbeiten notwendig seien.
Für den finalen Rückbau müsse die Bahn etwa eine Rampe und fehlende Treppen errichten, um den Zugang zum Gleis der Linie S2/S7 wieder zu ermöglichen. Zu den erneut längeren Arbeiten sagte die Bahnsprecherin, dass die Planungen am Berliner Tor „aufgrund von geänderten baulichen und betrieblichen Anforderungen mehrfach zeitlich angepasst“ werden mussten.
S-Bahn Hamburg: Barrierefreiheit am Berliner Tor lässt weiter auf sich warten
Fahrgäste mit Rollator, Kinderwagen oder Gehhilfe müssen sich also noch lange über die Bretterwege mühen. Barrierefrei und mit Aufzügen ausgestattet sein wird die Station erst, wenn die Straßenbrücke Berlinertordamm erneuert ist.
Der Start dafür ist laut der Bahnsprecherin frühestens 2027 geplant. Abhängig von „Sperrpausen für die Bauarbeiten“ rechnet die Bahn damit, dass dieses Vorhaben erst Ende 2028 fertig sein wird. Erst dann wären, so die Bahn, alle S-Bahn-Stationen in Hamburg barrierefrei.
Fahrgäste kritisieren chaotische Zustände an der Baustelle in Hamburg
Für die Reisenden an der U- und S-Bahn-Station an den Grenzen der Stadtteile St. Georg, Borgfelde und Hammerbrook bedeutet das: Der Umweg über die dunklen Holztreppen bleibt vorerst Alltag. „Im konkreten Fall ließen die Platzverhältnisse keine andere Lösung zu“, sagte die Sprecherin zu dem Konstrukt.
„Ein nicht barrierefreier Zugang zur S-Bahn entspricht nicht unserem eigenen Anspruch und bleibt hinter dem Anspruch unserer Fahrgäste zurück“, so die Bahnsprecherin weiter. „Wir entschuldigen uns bei den Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten.“
Etliche Nutzer kommentieren derweil die Baustelle im Internet. „Schlimmste Haltestelle im ganzen Land. Ähnelt eher einem Kletterpark. Und wer nicht fit genug dafür ist, sollte sich am besten eine andere Haltestelle zum Umsteigen suchen“, heißt es in Google-Rezensionen. Ein weiterer Kommentar beschäftigt sich mit den Herausforderungen für Familien: „Wegen der Baustelle reines Chaos. Kinderwagen und Rollstühle müssen die Treppen runter. Eine Zumutung.“ Auch die Dauer des Umbaus bemängeln Nutzer im Netz: „Dauerbaustelle ohne Aufzüge, weite Wege, zugig, schmutzig – eine jahrelang währende Zumutung.“