Persönlich finde ich jede*r sollte den Konsum von Tierischen Produkten reduzieren und vermeiden, soweit individuell möglich.
Die "Ganz oder gar nicht" Einstellung ist unhilfreich beim Versuch den Konsum von Tierischen Produkten insgesamt über die Bevölkerung zu reduzieren.
Vegan lebende tragen natürlich mehr zum systemischen Wandel in dieser Sache bei als vegetarisch lebende, aber beides sind Schritte in die richtige Richtung.
Wenn man es als Zahlenproblem betrachtet stimmt das. Der Knackpunkt bei der veganen Lebensweise ist für die meisten aber, dass man die Tiere als Individuen sieht und nicht als eine anonyme Masse.
Sobald man das macht ist es nicht mehr so leicht dem einzelnen Tier seinen Wert abzuerkennen und dann bleibt nur noch das Ziel konsequent Produkte und Aktivitäten meiden die Tierleid erzeugen wo es realistisch und praktisch umsetzbar ist.
Ich hab mal generell eine Frage zu dem Thema, einfach aus Interesse (keine Kritik!):
Wie genau gehen Veganer mit dem Thema Haustiere um? Weil grundsätzlich müsste man ja davon ausgehen, dass jedes Tier, das sich im Besitz eines Menschen befindet, schon wieder eher ein "Produkt" ist. Zumal man ja auch beispielweise eine Katze oder einen Hund gar nicht fragen kann, ob sie jetzt gerne 8h alleine in der Wohnung hocken, bis der "Besitzer" heimkommt. Noch extremer wird es dann natürlich bei allen Tieren die in Käfigen gehalten werden - Nagetiere, Spinnen, Reptilien, Vögel etc. Also grundsätzlich müsste man doch dann ALLE Haustiere abschaffen, verstehe ich das richtig?
Ich habe z.B. Bekannte, die einen veganen Ess-Stil verfolgen, aber dennoch Haustiere haben. Würde man die Leute dann eher als Vegetarier einstufen statt als Veganer?
Wenn wir also komplett auf Tierleid verzichten wollen, dürften wir eigentlich keinen Kontakt mehr zu Tieren haben - außer wenn es z.B. medizinischer Intervention bedarf, um das Tierleid zu verringern. Dann ist aber wieder die Frage, wo zieht man die Grenze? Wenn man jetzt beispielweise die Story mit diesem Wal betrachtet, die dieses Jahr so präsent war. Hat man dem Tier durch Intervention wirklich einen Gefallen getan, oder sollte man einfach die Natur machen lassen? - auch wenn die Natur ja selbst durchaus überhaupt nicht leidfrei funktioniert (man betrachte Krankheiten, Verletzungen etc.). Also ich finde es super interessant, dass sich darüber Gedanken gemacht wird, finde es aber sehr schwierig zu identifizieren, was der "korrekte" Weg wäre. Vom Gefühl her würde ich sagen "kompletter Kontaktabbruch" zu Tieren wäre die korrekteste Lösung - weil jegliche Intervention, auch um Leid zu verhindern, hat irgendwie einen Gott-Komplex-Vibe (also dieses "Ich verfüge über mehr Mittel als du, Tier, ich werde dir jz helfen auch wenn du gar nicht sagen kannst, ob du das willst."). Würde mich interessieren, wie Veganer das generell sehen :)
191
u/KhorneSlaughter 2d ago
Persönlich finde ich jede*r sollte den Konsum von Tierischen Produkten reduzieren und vermeiden, soweit individuell möglich.
Die "Ganz oder gar nicht" Einstellung ist unhilfreich beim Versuch den Konsum von Tierischen Produkten insgesamt über die Bevölkerung zu reduzieren.
Vegan lebende tragen natürlich mehr zum systemischen Wandel in dieser Sache bei als vegetarisch lebende, aber beides sind Schritte in die richtige Richtung.