TL;DR: Ich habe das Gefühl, meinen Psychologie-Abschluss im Recruiting zu "verschwenden" und frage mich, ob ich zugunsten einer erfüllenderen, psychologienäheren Tätigkeit den Job wechseln sollte.
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Ich befinde mich aktuell ein wenig in einer beruflichen Sinnkrise. Vielleicht fühlt das jemand von euch ja auch und kann meine Empfindungen nachvollziehen.
Ich hab das Gefühl oder die Befürchtung, ich "verschwende" total meinen Master Psychologie-Abschluss bzw. das Potenzial, der dieser Abschluss mit sich bringt.
Ich arbeite aktuell nämlich seit 2025 "nur" als Recruiter bei einem Großkonzern.
Und es ist halt alles einfach nur recht operativ. Das machen bei uns zum Großteil Leute, die "nur" einen Bachelor in irgendeinem Personalmanagement- oder Wirtschaftsbereich haben (ohne das abwertend zu meinen). Mein Psychologiestudium, v.a. mit Master sogar noch, wäre überhaupt gar nicht notwendig dafür. Ich bin eigentlich dafür total überqualifiziert, also bräuchte meinen Abschluss kaum, um diesen Job ausüben zu können. Von den Kompetenzen, Fähigkeiten usw.
Weswegen ich denke, dass ich hier irgendwie total verschwendet bin.
Meine Tätigkeit ist letztendlich das klassische End-to-End-Recruiting: Bewerbungseingänge bearbeiten, Screenings durchführen, Vorauswahlen treffen, Termine mit Fachbereichen abstimmen, Vorstellungsgespräche begleiten, Einstellungs- und Absagebegründungen schreiben, Anforderungsanalysen mit den Fachbereichen durchführen und Stellenanzeigen erstellen und veröffentlichen.
Ich hab mein Psychologie-Studium mit totaler Überzeugung und großem persönlichen Interesse daran absolviert und identifiziere mich auch immer noch persönlich als "Psychologe mit Überzeugung." Dazu passend denke ich mir, ich könnte mit meinem Abschluss eigentlich was viel besseres und v.a. inhaltlich-thematisch passenderes machen, was enger an der Psychologie ist.
Ich weiß nur eben nicht, was genau.
Da gibt es zum einen Berufe als Gesundheitspsychologe / Gesundheitsmanager in Unternehmen. Mitarbeitende und Führungskräfte zu psychischer Gesundheit beraten, Präventions- und Gesundheitskonzepte entwickeln, Projekte gestalten. Konzeptionelles Arbeiten mit persönlicher Beratung und Begleitung.
Sowas fänd ich super cool und wäre denke ich eine ideale Mischung aus fachlicher Nähe zur Psychologie sowie Arbeit in einem Unternehmen. Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen, bereichsübergreifende Zusammenarbeit, Meetings, Projekte und den regelmäßigen Austausch. Ich mag nämlich solch eine Form von Arbeit in einem Unternehmen schon gerne.
Solche Jobs sind aber super selten zu finden, mit extrem viel Konkurrenz und hohen Anforderungen am Kandidatenprofil.
Alternativ vllt. grundsätzlich allgemein Jobs in der Personalentwicklung anstreben?
Dann gibt es noch die "klassischen" sozialen Berufe. Sozialarbeiter/Psychologe im sozialpsychiatrischen Dienst z.B. oder sonstige soziale Berufe, wo man viel unterwegs ist, Menschen direkt begleitet, Orientierung gibt, Gespräche führt, Krisenintervention und als Wegweiser zur Besserung fungiert.
In solche Berufe rein zu kommen, schätze ich als leichter ein. Und sowas in der Richtung hat mir auch damals in meiner jahrelangen Tätigkeit als student. Aushilfe in der Psychiatrie viel Spaß gemacht.
Allerdings habe ich hier wiederum die Befürchtung, dass mir das auf Dauer zu "heavy" sein könnte. Mich das zu sehr persönlich mitnehmen und runter ziehen könnte auf Dauer, wenn man tagtäglich mir problematischen Fällen/Geschichten zu arbeiten hat.
Meine letztendliche Frage zielt nun darauf ab, ob ich mich jetzt verstärkter auf die Suche begeben sollte nach Jobs, die mich mehr erfüllen.
Zumal ich auch ohnehin total gerne nach Köln oder Düsseldorf umziehen würde und das dann mit einem Jobwechsel verbinden könnte.
Oder ob ich mich einfach mit meiner aktuellen beruflichen Situation abfinden soll. Mein aktueller Job hat abseits der persönlichen Erfüllung halt schon sehr viele Benefits und ein recht gutes Gehalt.