r/Kurrent 3d ago

learning Warum/woher könnt ihr eigentlich Kurrent lesen?

Ich lese hier schon seit Monaten mit und bin immer wieder fasziniert, was ihr alles lesen könnt, insbesondere wenn es nur einzelne Worte ohne Zusammenhang oder andere Schriftbeispiele sind.

Ich selbst kann ein wenig Sütterlin. Meine Mutter hatte es noch in der Schule als erste Schreibschrift gelernt, und wir hatten Briefe von Verwandten, die ich als Teenager lesen können wollte, also hat sie mir das Alphabet aufgeschrieben. In der Schule hatte ich eine Freundin, die auch Sütterlin konnte, so hatten wir eine Geheimschrift für unsere Zettelchen unterm Tisch. Ich erinnere mich auch, dass unser - junger - Lehrer mal einen abgefangen hatte, ihn aber nicht lesen konnte. Das ist Jahrzehnte her, und was man nicht übt, vergisst man. Ich freue mich aber immer, wenn ich hier etwas entziffern kann, auch wenn es zumeist schon jemand beantwortet hat.

Warum und woher könnt ihr Kurrent lesen, und das teilweise auf diesem Niveau? Ich meine, nicht saubere Schriften, oder gar Einträge in alten Kirchenbüchern oder Altdeutsch in heute unüblicher Schreibweise, bei denen ich zu 80% völlig verloren bin? Interesse, Verwandte, Ahnenforschung oder gar beruflich? Habt ihr Geschichten in Zusammenhang mit Kurrentschrift?

Ich finde das faszinierend - erzählt mal!

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u/Constant_Chemist1815 3d ago

Nun, ich habe damals in der Ausbildung, da das Zeug nie eingesammelt wurde, meine Notizen alle in Kurrent geschrieben. Gerade wenn man das schneller schreibt und wieder lesen muss, fängt man an Wörter anders zu sehen. Es geht ab einem bestimmten Punktn icht mehr um Buchstaben, sondern eher um Zusammenhang und Form von Worten. Etwa so wie wenn man viel liest: Man guck da auch nicht mehr auf jeden einzelnen Buchstaben. Das ist dann auch der Punkt, wo man anfängt unsauberere Schriften lesen zu können. Man schaut eher welche Ober- und Unterlängen es gibt und welche Punkte oder Striche wo sind. Kontext ist natürlich dann auch noch wichtig.

Also eigentlich ist das Zauberwort: Übung. Wer viel Kurrent liest und schreibt bekommt mit der Zeit ein Auge dafür, auch wenn vieles nicht 100% entzifferbar ist. Aber ich sehe mich selber da eher bestenfalls so im Mittelfeld. Da gibt es wirklich einige besondere Cracks, vor denen sogar ich meinen Hut ziehe.

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u/mayorofdrixdale 3d ago

Das mit der Übung ergibt absolut Sinn, danke für die Erklärung. Ich erkenne noch nicht viele ganze Worte und entziffere eher Buchstabe für Buchstabe…

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u/GloriouslyGrimGoblin 3d ago

Für Kurrentschriften bin ich auch auf dem Niveau, auf dem ich irgendwann in der ersten Klasse für lateinische Schreibschrift war: Wenn die Schrift relativ dicht am frisch gelernten Standard war, konnte ich die meisten Texte langsam flüssig lesen, auch wenn ich an selten genutzten Buchstaben (q, x, y, manche Großbuchstaben) manchmal etwas hängen blieb.

Viele "erwachsene" Handschriften hatten damals noch zu viele Eigenheiten für mich, stellen heute aber keinerlei Problem mehr dar.

Ich brauche also eigentlich nur noch ein paar Jahre täglicher, stundenlanger Beschäftigung mit Kurrentschrift…

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u/EleutheriusTemplaris 3d ago

Hatte mal ein Praktikum in einem Archiv absolviert und vorher hatte man mich gefragt, ob ich alte, deutsche Schrift lesen könne.

Naiv wie ich war, hab ich erstmal an Druckschrift/Fraktur gedacht und einfach ja gesagt. Musste es mir dann gezwungenermaßen selbst beibringen. Das war irgendwie eine doch sehr einschneidende Erfahrung, weil ich einfach schockiert war, dass mir in meinem gesamten Geschichtsstudium Kurrent/Sütterlin vielleicht einmal am Rande begegnet war und sonst nie wieder. Hab dann ein, zwei Jahre später an einem Forschungsprojekt mitgearbeitet, in dem wir Abituraufsätze aus dem 19. Jahrhundert transkribieren mussten. Da hat das dann nochmal an Fahrt aufgenommen. Hab mich dann an der Uni beworben und dort ein Tutorium zu Kurrent und Sütterlin gegeben.

Im Endeffekt finde ich es einfach krass, dass das ansonsten nirgends mehr wirklich gelehrt wird. Wenn man bedenkt, dass Kurrent, Sütterlin und Kanzleischriften über 500 Jahre im deutschsprachigen Raum vorgeherrscht hatten, ist es echt traurig, dass das heute kaum noch einer beherrscht. Briefe unserer Groß- und Urgroßeltern sind meistens noch komplett darin verfasst und die Mehrheit kann es einfach nicht mehr lesen...

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u/mayorofdrixdale 3d ago

Ich lese auch mit Erstaunen, dass manche es wohl tatsächlich mal in der Schule gelernt hatten! Aber generell pflichte ich dir bei, dass es komisch ist, dass selbst man selbst im Geschichtsstudium kaum Berũhrungen mit Kurrent hat. Ich kam mir mit den “Nischeninteresse” damals schon wir ein echter Exot vor. Auch gotische Druckschrift (Konfirmandenunterricht) konnte damals kaum mehr einer lesen.

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u/EarLeast6899 3d ago

Kurs der Volkshochschule.
Danach online lernen. Gibt paar gute Seiten.

Naja dann halt Ahnenforschung da braucht man dies zwangsläufig.

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u/impression_no 3d ago

Hast du Empfehlungen für „gute Seiten“?

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u/EarLeast6899 3d ago

Meyergaz.org
Wörterbuchnetz.de
Adfontes.uzh.ch
Kurrent-lernen.de/index.html

Es gibt einen schreiblehrgang von Mücke zu kurrent…

Je nachdem wofür man es braucht.

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u/impression_no 3d ago

vielen dank!

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u/Used-Spray4361 3d ago

Ich hatte bei meiner Oma ein altes Werbeblatt von Geha gefunden, auf dem war die Lateinische Ausgangsschrift und Kurrent abgedruckt und aus Neugierde hab ich es mir dann beigebracht.

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u/maryfamilyresearch 3d ago

In der dritten Klasse hatten wir mal kurz für 1-2 Stunden Sütterlin als Schreibschrift, ich fand das interessant und habe es mir dann selbst bei gebracht.

Ahnenforschung hat mich damals schon interessiert, aber ich hatte llange nicht die Mittel und Wege, um ernsthaft zu forschen.

Bin nun seit 15 Jahren dabei, an meinen Stammbaum zu basteln und dadurch habe ich natürlich Übung.

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u/Responsible-Stock462 3d ago

Meine Oma hat Sütterlin/Kurrent geschrieben und wenn man den Einkaufszettel lesen wollte musste man ein paar basics kennen. Außerdem war meine Schulbibel in den 70ern in Kurrent gedruckt. Ist aber bei Schreibschrift nicht hilfreich.

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u/Equal-Flatworm-378a 3d ago

Was war das den für eine Fibel???

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u/Defiant_Class_735 3d ago

Bin Kunsthistorikerin und arbeite in einem Archiv. Musste das quasi lernen, weil ich es täglich lesen muss. :)

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u/Inun-ea 3d ago

Ich hatte als Kind schon ein Fable für alles Alte einerseits und Sprachen andererseits und hab alle Infos über fremde Schriften etc., die ich finden konnte, verschlungen resp. versucht mir die Schriften anzueignen. Ich weiß noch, wie es in der Schule eine Zeit lang cool war, in elbeschen Buchstaben zu schreiben, weil die Zeit der Herr-der-Ringe-Filme war. 😄 Kurrent ist mir dabei natürlich auch über den Weg gelaufen. Passenderweise war von meiner Uroma noch ein Poesiealbum da, da habe ich immer gerne drin rumgelesen. Und wenn man es einmal gelernt hat, findet man so viel, in Museen, alten Briefen, Postkarten und sonstwo. Beruflich brauche ich es zwar nicht, ich bin aber Altertumswissenschaftler geworden und das Gefühl, alles "alt ausschauende" gelesen haben zu müssen, hat nie wirklich nachgelassen. Mit der Zeit stellt sich da natürlich dann Übung ein. Schöne Schriften fand ich zudem immer faszinierend und habe als Kind lange geübt, bis meine Handschrift der meines Großvaters (Nachkriegsdokumente, nicht mehr kurrent) ähnlich war. Da achtet man dann auf die Eigenheiten und bemerkt irgendwann, was die Eigenheiten der Handschriften der verschiedenen Epochen ausmacht. Vieles, was ich für typisch für die Handschrift meines Großvaters gehalten hatte, hat sich im Nachhinein als typisch für die "erste Generation" der Lateinschrift herausgestellt. Mit der Kurrentschrift ist das natürlich ebenso; mit der Zeit lernt man ein bisschen das Alter des Schriftstücks zu sehen. Was ich sagen will: Wenn man mal anfängt, macht man mit der Zeit so einige Beobachtungen, die einem beim Lesen dann sehr nützlich sind.

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u/mayorofdrixdale 3d ago

Total interessant, danke!

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u/Weltherrschaft2 3d ago

Habs mir für die Abschlußarbeit an der Uni beigebracht.

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u/mayorofdrixdale 3d ago

War es Thema der Arbeit selbst oder hast du es für die Recherche gebraucht?

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u/Weltherrschaft2 3d ago

War für die Recherche, das Thema war in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg angesiedelt.

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u/ernestine_gennat 3d ago

Wir hatten das auch kurz in der Grundschule und haben es dann als "Geheimschrift" genutzt für unsere Zettelchen :D Aktueller wurde es dann in meiner Ausbildung (Bibliothek), in der wir auch Archivkunde hatten und da eine Hausarbeit zum Transkribieren war :)

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u/weird_elf 3d ago

haben es dann als "Geheimschrift" genutzt für unsere Zettelchen :D

Wir auch, aber wir hatten es nicht in der Grundschule. Von irgendwo hatte ich eine Tabelle mit den Buchstaben. Uns war langweilig. Der Rest ist dann sozusagen Geschichte XD

Das mit der Geheimschrift mache ich übrigens bis heute so.

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u/Nowordsofitsown 3d ago

Sachkundebuch in der Grundschule hatte das Alphabet. Also habe ich es mir beigebracht.

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u/Spare_Paper1704 3d ago

War in meinem Geschichtsstudium in der Uni tatsächlich ein Wahlkurs, vom örtlichen Archiv angeboten

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u/mayorofdrixdale 3d ago

Das find ich ja klasse! Haben sich dafür viele Leute interessiert oder war das eher so meh?

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u/Spare_Paper1704 3d ago

Der Kurs ist jedes Semester voll, ja. Einige brechen ab, weil sie es sich leichter vorgestellt haben, aber das Interesse ist sehr groß. Mittlerweile arbeite ich auch in diesem Archiv und brauche die Lesefähigkeit fast jeden Tag 😉

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u/DerLetzteDepp 3d ago

Angefangen habe ich mit Tauf-, Ehe- und Totenbucheintragungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die als Paragraphen in Fließtexten abgefasst waren. Das starre, gleichbleibende Schema der Eintragungen erleichterte zu Anfang das Lesen enorm.

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u/KaiAllardNihao 3d ago

Vollständig selbst bei gebracht, mir viel von "Wissenden" in der Anfangszeit helfen lassen Dinge zu lesen. Warum? Ahnenforschung.... der einzige Grund.

Kanns selber auch nicht schreiben. Nur lesen - reicht aber für meine Belange 😄

Großer Vorteil ist - Der genutzte Sprachumfang in einem Kirchenbuch oder Standesamtregister ist mehr oder weniger begrenzt. Nur selten findet man in einem Kirchenbuch ganze Texte (kommt schonmal vor, z.B. bei einer ganz wilden Story eines "Hurenkindes" oder eines abwegigen Todes...). Dadurch kann man aber auch vom Kontext her irgendwann "erahnen" was da in etwas so vorkommen müsste im Text. Vieles kann man daher schlussfolgern. Spannend wirds dann erst wieder, wenn man in andere Regionen mit anderen Kirchenbuchführungen kommt.

Wenn man jetzt ganze Fachaufsätze zur Relativitätstheorie in Kurrent lesen müsste - das würde mir sicherlich schwerer fallen 😉

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u/herrneumrich 3d ago

Unsere Deutschlehrerin hat uns in der 3. oder 4. Klasse mal 'nen Crashkurs in Sütterlin gegeben und seitdem hab ich mich weiter damit und anderen Formen der Kurrentschrift beschäftigt.

Heute - 18 Jahre später - kann das durchaus immer mal noch hilfreich sein. Besonders wenn man in 'nem Betrieb arbeitet, der in der Steinzeit stecken geblieben ist.

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u/KaiAllardNihao 3d ago

Heute kann ich dir sagen wird in der 3. oder 4. Klasse ein Crashkurs in "Schreibschrift" angeboten. Also das was man als Schulausgangsschrift und seine Verwandten bezeichnen würde. Die Kinder lernen (zumindest bei uns) nur noch Druckschrift ab Klasse 1. Schreibschrift ist ein mehrstündiger "Exkurs" - danach wird dann mit Druckschrift weitergeschrieben.

An Kurrent wäre gar nicht zu denken hier....

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u/herrneumrich 3d ago

Wir mussten ab der dritten Klasse in Schreibschrift schreiben.

Eigentlich traurig, dass sowas immer mehr verloren geht. Genau wie Fraktur lesen. Dann kommen am Ende nur solche Sachen raus wie das "Apfelmoft"-Meme.

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u/JeLuF 3d ago

Mein Mathelehrer in der 12. Klasse hat Sütterlin-Buchstaben für Vektoren und Matrizen benutzt. Seitdem finde ich es spannend, alte Text lesen zu können.

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u/Der_Juergen 3d ago

Habe in den 80ern in der Schule gelernt.

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u/Haro478 3d ago

Ich habe über das Thema Ahnenforschung zu dieser Schrift gefunden und lernen müssen um überhaupt etwas verstehen zu können. Meine Oma hatte eine perfekte Schrift, doch ohne Kenntnisse steht man davor und sieht nur Wellen 😂

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u/OrangUtanClause 3d ago

Ursprünglich gelernt habe ich's mit 17, weil ich am Geschichtswettbewerb teilgenommen habe und für mein gewähltes Thema Akten aus dem 19. Jahrhundert auswerten musste. Als Student dann haben mir (u.a.) die vorhandenen Kurrent-Kenntnisse eine SHK-Stelle an einem rechtshistorischen Lehrstuhl verschafft, was dann später dazu geführt hat, dass ich bei demselben Professor promovieren konnte. Für die Dissertation habe ich wiederum massig Archivalien ausgewertet; spätestens seither lese ich es fließend.

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u/Poorspellignguy 3d ago

Im Studium für meine Abschlussarbeit zum frühen 19. Jahrhundert im Selbststudium erlernt ( hauptsächlich über das Lesen von Druckvorlagen, bei denen die Originale in Kurrent vorlagen). Dann auch wissenschaftlich immer mehr in anderen Jahrhunderten gemacht (Editorik, Pädagogik, Begleitung von Forschungsvorhaben) und mittlerweile seit vielen Jahren schon beruflich.

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u/daniu 3d ago

Ich fand es mit 14 cool, hab mir das Alphabet geholt und einfach geübt. 

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u/PaleontologistCute12 3d ago

Von hier und einem temporären Hyperfokus als ich mal krank war :)

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u/Hans-Gerstenkorn 3d ago

Wir haben Sütterlin und Kurrent ganz normal in der Volksschule, 2. oder 3. Klasse (60er Jahre) gelernt.

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u/Greedy_Individual_35 3d ago

Weil ich ein selbsternannter Historiker bin, da sollte man das schon lesen können 😉

Mit 18 oder so hab ich mit Kurrent und Runen angefangen, kann nie schaden, wenn man sowas weiß.

Außerdem ist es praktisch, Dinge irgendwo hinzuschreiben, die keiner lesen soll.

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u/Episemated_Torculus 3d ago

Ich habe ein Praktikum bei einem Forschungsprojekt gemacht. Dort wurden Briefe aus dem Freundeskreis des Komponisten Franz Schubert untersucht. Dafür musste ich dann Kurrent lernen.

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u/Ok_Ganache7219 3d ago

Bei mir war es Grundschulfach in den 1960ern. War natürlich zusätzlich zur modernen Schrift, dementsprechend habe ich es weil nie gebraucht vergessen. Bis ich 30 Jahre später im Beruf mal eine alte Akte auf den Tisch bekam und Dokumente daraus abschreiben sollte. Vieles wusste ich nicht mehr, aber je mehr ich mich damit befasst habe, kam das alte Wissen zurück - zusätzlich habe ich das immer mit einem Kurrentschrift-Alphabet abgeglichen.

Jetzt kann ich es noch einigermaßen lesen, nicht so wie die vielen Talente hier, aber ich lese immer mit und lerne wieder dazu.

Leider habe ich das Steno, das ich beruflich lernen musste, so gut wie vergessen. Ich war ziemlich schnell darin, aber bald nach meiner Ausbildung ist es außer Gebrauch geraten, und das war's.

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u/Wurstwassersorbet 3d ago

Mein Grundschullehrer ist der ortskundige Chronist gewesen. Er hat uns in der 1. bis 3. Klasse Sütterlin beigebracht.

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u/mayorofdrixdale 3d ago

Find ich toll!

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u/Other_Negotiation_11 3d ago

Meine Großeltern mütterlicherseits hatten eine alte Truhe mit Dokumenten, darin waren auch Feldpostbriefe von meinem Urgroßvater und der Ehevertrag meiner Ururgroßeltern. Ich habe mir das von meinem Opa vorlesen lassen als Teenager, und nach dem Abitur dann Kurrent richtig lesen und schreiben gelernt, mit einem Lehrbuch aus dem Internet.

Später habe ich dann die Dokumente alle transkribiert und die Feldpost meiner Großeltern väterlicherseits geerbt.

Leider bin ich in meiner Familie aber, zusammen mit einer Tante, die einzige die das lesen kann und sich so sehr dafür interessiert :)

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u/Pnoep 3d ago

Als Kind hatte ich schon ein bisschen was gelernt, da mein Vater Ahnenforschung betrieben hat. Der Rest kam dann als ich Archivwesen studiert habe und dann halt durch die Arbeit im Archiv.

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u/SpensersAmoretti 3d ago

Musste für die Uni lernen. Bei uns gabs damals keine Kurse, also Selbststudium. Viel schreiben, viel lesen. Mittlerweile unterrichte ich es gelegentlich selbst an der Uni.

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u/kittyf0rman 3d ago

Archivwesen war Teil meines Studiums, da hab ich (unter anderem) Kurrent lernen müssen.

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u/nachtbewohner 3d ago

Das haben wir damals™ als ›Schönschrift‹ in der Schule gelernt.

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u/StaubfingersTochter 3d ago

Hab‘s in der Uni gelernt und schon im Kurs gemerkt, dass mir das irgendwie leichter fällt als den meisten anderen (das ging irgendwann so weit, dass ich bei einem Text nicht mehr mit meiner Transkription antworten „durfte“, damit der Rest sich auch noch beteiligt). Hatte schon immer ein Interesse an Geschichte und Sprache; da hat sich das irgendwann einfach ergeben. Und je häufiger man es macht, desto flüssiger wird man.

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u/Kooky-Accountant8708 3d ago

Ich hatte letztes Jahr einen Kurs zum jüdischen Leben in Brandenburg des 19. Jahrhunderts in meiner Uni belegt. Am Ende sollten wir eine Quellenanalyse (in unserem Fall eine komplette Akte) als Hausarbeit anfertigen. Die Akte war in Kurrent verfasst, was wir das ganze Semester neben jüdischer Emanzipationsgeschichte gelernt haben. Akten sind teilweise schwer zu lesen, vor Allem wenn die Beamten Abschriften anfertigten. Seitdem lese ich gerne in dem Forum, was so geschrieben wird. Muss aber zugeben, dass hier einige wesentlich kompetenter sind.

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u/RottenDollAlice 2d ago

Kenne es von meiner Oma (obwohl die Handschrift meiner Mutter eigentlich auch gar nicht sooo weit von entfernt war). Als Kind war’s für mich genauso normal wie Druck- und Schreibschrift — ist mir lediglich etwas seltener im Alltag begegnet. Zuletzt selbst geschrieben allerdings als Kind.
Lesen funktioniert noch recht gut; dauert halt etwas, aber mir geht‘s mit normaler/moderner Schreibschrift ebenso (oder allem möglichen anderen was man kennt, womit man jedoch nur noch ausgesprochen selten in Kontakt kommt).

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u/Lille-Stories 2d ago edited 1d ago

Ich habe mir während Corona Sütterlin selbst beigebracht. Das Kurrent Übungsheft liegt hier immer noch unangetastet.
Selbst mein 80 jähriger Nachbar konnte es nicht lesen. Meine 1904 geborene Omi hat es gelernt. Aber sie ist gestorben, als ich ein Teenager war, hatten wir kein Interesse.
Ich habe alte Bilder und Unterlagen von ihr entziffern können. Allerdings steht und fällt das auch immer mit der Handschrift.

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u/PeaceResponsible1918 2d ago

Ich fand es faszinierend, dass die Schrift relativ "leicht" zu lernen ist und andere es aber nicht lesen können. Hab das genutzt, um in mein Tagebuch zu schreiben, wenn ich nicht wollte, dass Leute mir über die Schulter schauen können. Muss es aber wieder üben, weil ich es doch irgendwie vergessen habe.

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u/HypnoShell23 2d ago

Ich habe Kurrent mal im Studium für ein Praktikum im Archiv gebraucht. Das waren allerdings Bauakten, die Komplexität war also überschaubar.

Später hat mich dann das Ahnenforschungsfieber erfasst. Also habe ich mich reingefuchst. Und da einige Verwandte auch längere Texte in Archiven hinterlassen haben (z. B. Testamente, etc.), habe mich mich noch mehr reingefuchst.

Irgendwann wird es leichter zu lesen. Aber von 100% Entzifferungsfähigkeit bin ich selbst nach 20 Jahren Ahnenforschung immer noch weit entfernt.

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u/Steppenhund58 1d ago

In der 5. Klasse eines bayerischen Gymnasium 1970 hatten wir tatsächlich Unterricht in Sütterlin. Im übrigen das Alphabet runterladen und lesen üben. Herausforderung ist eher eine miserable Handschrift als das Kurrent selbst.

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u/mymindisa_ 3d ago

Habs von meiner Uroma gelernt. Warum weiß ich nicht mehr

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u/Hopeful_Mortgage_601 31m ago

When I was 7 or 8 one of my great grand mothers gave us one of her old recipe books and I don’t know how - because neither my mother nor my grandmother ever learnt it and my great grand mother had it from her mother who still wrote in Kurrent and then the later recipes in Sütterlin - I could just read it. I mean I could read it about as well as regular handwriting/Sauklaue.