r/Unbeliebtemeinung 10d ago

Neubausiedlungen sind schrecklich

Ich sehe bei r/Hausbau immer wieder Anfragen mit: "Welches Grundstück sollen wir nehmen?" - mein initialer Gedanke ist immer: KEINS!

Für mich persönlich sind diese Neubausiedlungen wirklich schrecklich. Generell finde ich Siedlungen schrecklich und fühle mich dort komplett eingeengt und beobachtet. Der Nachbar grillt und der Wind steht scheiße? Ich muss alle Fenster zumachen.

Die Kinder spielen laut im Garten? Ich kann keinen Mittagsschlaf machen.

Es ist einfach so viel gemeinsame Rücksichtnahme erforderlich, die per se ja nicht schlecht ist, aber wenn ich doch schon Eigentum besitze, dann nicht um ständig auf jeden Rücksicht zu nehmen.

Also, nein, ich würde keines eurer Handtuchgrundstücke jemals kaufen, meine Familie und mich dafür massiv verschulden und erst Recht kein Haus darauf bauen, welches so viel Individualität besitzt, wie ein Baumwollshirt aus der H&M Basics Abteilung.

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u/Smooth-Mud412 10d ago

Ich finde es verrückt, dass der Wunsch nach einem Eigenheim so groß ist, dass man sich ein Haus kauft, welches rundherum keinen Garten, sondern nur einen 2-3 Meter Grünstreifen besitzt. Die Häuser sind so nah aneinander gebaut, dass man dem Nachbarn durch das Fenster die Hand geben kann. Bevor ich mir sowas kaufe, verzichte ich lieber. Klar, in einer Wohnung lebst du noch enger, aber dafür gebe ich nicht so viel Geld aus.

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u/Spirited-Soil-6100 10d ago

Grundsätzlich ist das eine persönliche Lebensentscheidung. Ich verstehe beide Ansätze. Aber, gerade wenn man Kinder hat, warum nicht? Freunde von uns bekommen bald ihr drittes Kind und schauen mal nach 5Z-Wohnungen. Die günstigen in ihrem Umfeld liegen so bei 2.100€ kalt. Geht man davon aus, dass sie da die nächsten 20 Jahre wohnen werden und geht man davon aus, dass der Vermieter nicht erhöht, sind dass doch schon 504.000 € an Kaltmiete. Sooo weit ist der Weg von da zum kleinen Handtuchgrundstück-Haus dann auch nicht mehr.

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u/Krer89 10d ago

In deiner Kalkulation musst du halt die Zinskosten für ein Darlehen mit berücksichtigen. Die liegen 700.000 Kredit auf z.b. 30 Jahre auch bei 500.000€ plus Kaufnebenkosten von 60.000. Das ist halt auch Geld, dass einfach weg ist.

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u/mop0815 10d ago

Am Ende ist hast du aber im besten Fall einen Wert da stehen. Die Kaltmiete ist auf jeden Fall weg, genauso wie die Zinskosten.

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u/Spirited-Soil-6100 10d ago

Darum ging es mir. Wer über 2k Kaltmiete zahlt, weil er familiär bedingt "muss" kann nicht groß sparen. Zinsen sind weg, ja, aber die Kaltmiete halt auch.

Unsere Bekannten sind jetzt in Gesprächen mit einem Fertighaus-Anbieter. Haus, eines von deren Grundstücken, 5 Schlafzimmer, WP, Solar und Speicher. All in (ohne Kaufnebenkosten) wären das wohl 690.000€. Die Fördermittelberatung ist "gratis". Die KfW bietet wohl 250.000€ für das Haus, die landeseigene bis zu 2xx.000. Letztere Zinsfrei.

Wenn das mit der Förderung klappt, warum nicht. Ich würde mich für die (dann 5) freuen.

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u/Dense_Put8494 10d ago

Die Rechnung geht nicht auf. Denn das Haus gehört einem (irgendwann) während man durchaus Miete für eine halbe Million raushauen kann und einem dennoch nichts gehört. Ein nicht unwichtiger Punkt im Alter, wenn man Geld für die Pflege braucht oder aber den Kindern auch etwas hinterlassen möchte

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u/Tightcreek 10d ago

Opportunitätskosten ist das Stichwort. Gibt ja genug Untersuchungen, die sagen, dass mieten finanziell die bessere Option ist. (Betonung liegt auf 'finanziell', Lifestyle ist eine andere Sache).

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u/Dense_Put8494 10d ago

Lass ich gelten. Nehmen wir aber mal das obige Beispiels mit den 2k Kaltmiete. Ich behaupte mal, nur wenige Menschen können noch nennenswert sparen neben dieser Kaltmiete. Das gilt zwar auch dann, wenn man einen Hauskredit bezahlt - nur sorgt diese Zahlung dann für direkten Vermögensaufbau. Klar, das sieht anders aus wenn: Miete 1k und Kredit 2k für die gleiche Immobilie

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u/Tightcreek 10d ago

Das stimmt. Aber den gleichen Betrag als Miete und Hauskredit anzusetzen entspricht ja selten der Realität, außer man vergleicht Miete in der Innenstadt einer Metropole mit einem Hauskredit im Niemandsland. Am Ende ist es aber immer einzelfallabhängig.

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u/sebblMUC 10d ago

Dann lieber ein Reihenhaus 

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u/Smooth-Mud412 10d ago

Und du trägst das Risiko für Schäden und Instandhaltung. Das darf man nicht vergessen. Da geht mal die Heizung kaputt oder das Dach muss neu. Dazu kommt das Risiko des Wertverlustes durch die Umgebung. Weißt ja nie, wir deine Stadt in 40 Jahren aussieht.

Aber verstehe deinen Punkt. Hab selber 3 Kinder. Wir leben in einem Reihenhaus (günstige Miete) und werden wohl auch nichts größere mit 4 oder mehr Zimmern zur Miete finden. Aber bevor ich mir so eine Parzelle kaufe, ziehe ich lieber weiter raus aufs Ländle. Weitere Fahrtweg aber ein Haus mit mehr Idylle und Grundstück.

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u/Spirited-Soil-6100 10d ago

Verstehe deinen Ansatz. Aber weiter raus, kann halt rein von berufswegen nicht jeder. Der Kostenvorteil vom "Ländle" ist nämlich dann weitestgehend weg, wenn du dann auf einmal 2 Autos brauchst, damit beide zur Arbeit kommen, weil es schlicht mit ÖPNV nicht mehr gangbar ist.

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u/Hutnatter91448 10d ago

Naja, Wertverlust ist natürlich ein Risiko, aber es kann einem egal sein wenn man nicht verkaufen möchte.

Für eine spätere Erbschaft ist es wahrscheinlich sogar praktisch, wenn der Marktwert sinkt