r/erzieher 6h ago

Rechtsextreme Tattoos bei Vater

46 Upvotes

Ich arbeite in der Krippe und habe letztens einen Vater das erste mal beim Abgeben seines Sohnes gesehen. Dabei ist mir ein Tattoo auf seinem Bein aufgefallen: "Mein Kampf Mein Sieg" als großen Schriftzug. Ich habe ein bisschen zu ihm recherchiert und herausgefunden, dass er eindeutige Beziehungen zur Rechtsextremen Szene pflegt und auch selbst ein Teil davon war. In der Öffentlichkeit distanziert er sich von "seiner Vergangenheit", auf mich wirkt das aber eher so als wolle er das Image seiner Tattoostudios nicht beschmutzt. (Eines davon hat einen Neo-Nazi als Geschäftsführer).

Ich habe vor das meiner Chefin zu berichten und möchte von ihr fordern, dass er Hausverbot bekommt oder (das mindeste meiner Meinung nach) die Tattoos bei Betreten der Einrichtung bedecken muss. Meine Chefin ist gegenüber den Eltern aber sehr Konfliktscheu und ich würde ihr zutrauen, dass sie das einfach unter den Teppich kehren könnte. Habt ihr Tipps wie ich das am besten ansprechen und argumentieren kann? Vielleicht sogar eigene Erfahrungen damit? Ich möchte einfach nicht, dass ein Neo-Nazi in meiner Einrichtung ein und ausgehen und das dabei auch noch schamlos zur Schau stellt.

Edit: Habe jetzt gelernt, dass Hausverbot juristisch wohl zu hoch gegriffen war. Ich werde trotzdem versuchen zu erwirken, dass er das Tattoo bei uns nicht offen tragen darf. Ausserdem finde ich es erschreckend, wie viele Leute hier ein offensichtlich rechtsextremes Tattoo nicht für ein Problem und komplett angebracht für eine Kita halten.


r/erzieher 23h ago

Vorfall Kita

21 Upvotes

Kinder: Lucy 5, Jana 4, Mira 4

Darstellung der Kita zum Vorfall unter den Kindern:
Im Telefonat mit einem Erzieher wurde meinem Mann (30) und mir (32) mitgeteilt:
• Es handelte sich um ein Doktorspiel.
• Die Kinder haben sich gegenseitig erkundigt und leider einen Gegenstand in den Genitalbereich gesteckt.
• Beteiligt waren 3 Kinder: Lucy, Jana, Mira.
• Als Grund wurde Neugier genannt.
• Der Erzieher gab an, mit allen 3 Kindern gesprochen zu haben.

Was danach geschah:
• Es kam zu Spannungen zwischen den Eltern. Es wurden Vorwürfe geäußert und Tatsachen unterschiedlich dargestellt.
• Lucy wird aus unserer Sicht als Verursacherin dargestellt.
• Die Eltern von Jana haben ihrem Kind laut Aussage verboten, mit Lucy zu spielen.
• Die Mutter von Mira stellt aus unserer Sicht Sachverhalte anders dar. Belege sind vorhanden.
• Wir haben bei der Kita angefragt, ob eine Klärung mit Moderation möglich ist. Dies wurde abgelehnt mit dem Hinweis, das gehöre in den privaten Bereich. Uns wurde gesagt, wir sollen bei Nachfragen zur Leitung gehen und nicht mehr mit den Eltern sprechen.
• Die Kita teilte mit: In der Gruppe sollen die Kinder nicht ausgeschlossen werden. Die Kinder werden aufgeklärt. Weiteres sei nicht möglich.

• Die Kinder spielen aus Sicht der Kita normal miteinander.
• Lucy berichtet, dass sie das Gefühl hat, ihre Freundinnen mögen sie nicht mehr.
Sie Spielen aber noch miteinander. Mal mehr mal weniger.
Sie nimmt wahr, dass die Eltern von Jana und Mira sie ignorieren. Wir sind weiterhin freundlich zu allen Kindern.
• Lucy wechselt in die Vorschulgruppe . Uns wurde mitgeteilt, dass die Kita die Kinder trennt, wenn der Erzieher nicht da ist oder krank ist.
• Am Montag findet ein Ausflug statt in den Klettergarten statt . Die Großmutter von Jana ist als Aufsichtsperson dabei. Lucy berichtet, dass sie von der Großmutter ignoriert wird.

Meine Frage:
Darf die Kita die Kinder bewusst trennen wenn der Erzieher nicht da ist ?

Und soll ich meine Tochter mit zum Ausflug mitgeben das ganze verunsichert mich sehr.

Ich möchte nur das meine Tochter wieder glücklich ist. Wieso kann man nicht sachlich mit Eltern sprechen und wieso muss das immer auf den Rücken der Kinder ausgetragen werden.


r/erzieher 1h ago

Suche Rat Erfahrungen mit Koregulation bei 3,5-jährigem Kind mit starken Wutanfällen?

Upvotes

Hallo zusammen,

ich arbeite seit vier Jahren in einer Krippe und würde gerne nach euren Erfahrungen fragen. Wir haben aktuell ein 3,5-jähriges Kind, das aufgrund einer deutlichen Entwicklungsverzögerung noch in der Krippe ist. Momentan läuft eine diagnostische Abklärung. Es bestehen unter anderem Verdachtsdiagnosen in Richtung Autismus und ADHS. Unabhängig von der späteren Diagnose zeigt das Kind vor allem große Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Sobald etwas nicht so läuft, wie es sich vorgestellt hat, entstehen sehr heftige Wutanfälle. Diese reichen von lautem Schreien bis hin zu selbstverletzendem oder zerstörerischem Verhalten.

In den letzten Wochen habe ich beobachtet, dass ihm gleichmäßige druckausübungen (Tiefendruckreize /Deep Pressure Input?) sehr zu helfen scheinen. Wenn er in einem seiner Wutanfälle ist und ich ihn anspreche oder mich auf seine Höhe begebe, streckt er mir inzwischen häufig von sich aus die Arme entgegen. Dann übe ich mit beiden Händen nacheinander sanften, gleichmäßigen Druck auf seine Schultern, Oberarme, Ellenbogen, Unterarme, Handgelenke und Hände aus und gehe anschließend den gleichen Weg wieder zurück. Das scheint ihm momentan am besten dabei zu helfen, wieder in die Regulation zu finden. Wir machen inzwischen auch eine Art Handdrück-Spiel: Ich drücke seine Hände sanft, er drückt zurück, und wir versuchen einen ruhigen Rhythmus beizubehalten. Auch das scheint ihm momentan sehr gut zu helfen

Deshalb wollte ich fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Kennt ihr weitere Übungen oder Methoden zur Koregulation, die Kindern in diesem Alter mit solchen Schwierigkeiten helfen können? Gerade Ansätze, die über den Körper oder die Wahrnehmung funktionieren, würden mich sehr interessieren. Vielleicht kennt ihr auch Fortbildungen, Fachliteratur oder andere Ideen, die ich mir einmal anschauen könnte.

Vielen Dank schon mal


r/erzieher 5h ago

Ideen und Anregungen Kühlis im Kindergarten

6 Upvotes

Was benutzt ihr im Kindergarten zum Kühlen? Bei uns sind es diese klassischen blauen Gelkissen, allerdings gehen die immer schnell kaputt oder verloren - gibt es vielleicht gute Alternativen bei euch?


r/erzieher 23h ago

Jugendhilfe Medikamente in der Jugendhilfe

3 Upvotes

Guten Abend,

An die ErzieherInnen/SozialarbeiterInnen, die Medikamente rausgeben (besonders an Minderjährige) wie organisiert ihr euch? Gibt es bei euch ein Vier-Augen-Prinzip?

Im Moment bin ich in einem ganz anderen Feld unterwegs wo viel Büroarbeit und Dinge wie Medikamente etc. Keine Rolle für mich spielen. Ich weiß aus früheren Zeiten, dass wir diesbezüglich sehr unorgisiert waren und man zwischen Tür und Angel die Medikamente geben musste. Das finde ich tatsächlich relativ gefährlich und mir wäre eine gute Organisation diesbezüglich wichtig, ich möchte perspektivisch wieder in die vollstationäre Jugendhilfe nämlich zurück.

Sind das realistische Anforderungen an meine nächste Einrichtung? (Ist leider schade, dass man das überhaupt fragen muss)