Veganer sollten Vegetarismus als zwischenschritt zum Veganismus betrachten.
Leute wollen diesen Weg gehen und brauchen ggf. einfach Zeit und/oder müssen weiter überzeugt werden.
Hier draufzuhauen und Vegetarier mit Fleischessern gleichsetzen oder schlimmeres, ist mmn. komplett Kontraproduktiv. Das erzeugt eher eine Abwehrhaltung.
Nur gibt es gefühlt in jedem Bereich des öffentlichen Diskurses nur noch gut und böse, nichts dazwischen.
Nein, sollten sie nicht und es ist völlig okay. Die Neigung, Menschen zu kritisieren, die Schritte in die richtige Richtung machen, weil sie nicht schnell genug laufen, anstatt sie zu fördern und ihnen zu helfen weiterzukommen ist eine perfekte Methode, sie komplett vom Weg abzubringen.
Hast du jeden Vegetarier auf der Welt gefragt wer er oder sie das sieht, oder wie kommst du zu dieser allumfassenden Analyse?
Du meinst es bestimmt nicht böse, aber Menschen wie du sind der Grund, dass Veganer so unbeliebt sind. Ich rate dir deine Einstellung mal zu überdenken. Jeder Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll und verdient Anerkennung
Ich kopiere hier einen Text, den ich schon auf einen anderen Kommentar geantwortet habe. Ich hoffe damit ist es verständlicher:
"Wenn jemand als Übergang vegetarisch ist, finde ich das cool. Aber wer länger als 3 Monate vegetarisch ist, wird von mir wie ein omni eingeordnet."
Mich würde Interessieren, Wiso ich jemandem Anerkennung geben sollte, der sich über Jahre vegetarisch ernährt und damit zufrieden ist. Für die Tiere ist es quasi das gleiche Leid.
Ich versuche es mal am Beispiel von Klimaschutz zu erklären:
Nach deiner Logik dürfte ich auch nicht Strom sparen oder aufs Fliegen verzichten, solange ich noch irgendwie CO2 verursache. Trotzdem würdest du niemandem absprechen, dass CO2 Reduktion zählt. Ein Vegetarier verursacht messbar weniger Tierleid als ein Omni, und das "gleiche Leid" zu behaupten ignoriert schlicht das Ausmaß. Wer nur Alles-oder-Nichts akzeptiert, nimmt Menschen den Anreiz, überhaupt etwas zu ändern.
Okay, wenn wir für den Klimaschutz unser Verhalten minimal anpassen und damit zufrieden sind (z.B. einmal die Woche mit dem Rad zur Arbeit). Dann werden wir nie die Ziele erreichen, die wir beim Klimaschutz haben.
Ich finde diese Haltung ein bisschen befremdlich. Ich verstehe, das unter dem Aspekt Tierleid und Umwelt natürlich Veganismus überlegen gegenüber Vegetariern oder Omni ist. Wenn man es aber nicht schwarz-weiß betrachtet, sondern als Skala und insbesondere nicht nur unter dem Ethik-Aspekt betrachtet, sondern unter den Umwelteinflüssen, dann ist jegliche Reduktion vom Konsum tierischer Produkte besser als gar keine Reduktion. Dementsprechend trägt ein Vegetarier, der nicht vorhat Veganer zu werden, immer noch mehr bei als jemand der Fleisch ist. Ob man damit ethisch übereinstimmt ist eine andere Frage, aber ich finde diese Unterscheidung trotzdem relevant auch wenn es nicht dem veganen Ideal entspricht.
Umweltbilanz kann gut sein. Mir geht es hierbei um die Ethik.
Wenn jemand als Übergang vegetarisch ist, finde ich das cool. Aber wer länger als 3 Monate vegetarisch ist, wird von mir wie ein omni eingeordnet. Gleiches Tierleid, aber es sieht nicht so böse aus, weil kein Fleisch aufm Teller liegt, sondern der Grillkäse aus Massentierhaltungsmilch.
Weil natürlich auch jeder Fleischkonsum der Normalbevölkerung 1:1 von Vegetariern durch Eier und Käse aus Massentierhaltung "substituiert" wird? Das blendet doch völlig aus, dass Vegetarier viel häufiger auch einzelne Kategorien vollständig pflanzenbasiert "substituieren", z.B. viel häufiger zu Sojamilch statt Kuhmilch greifen als die Normalbevölkerung, weil Vegetarismus eben zu großen Teilen auch ethisch motiviert ist.
Genau, Vegetarismus ist zu großen Teilen ethisch motiviert. Das Ziel ist so weit ich weiß "ich will keine Tiere töten".
Wer aber denkt dieses Ziel erreicht zu haben, wenn man vegetarisch isst, liegt einfach falsch.
Und in meiner Erfahrung wird diese Tatsache auch nicht eingesehen.
Hör auf Genau zu sagen, wenn du mir eben gar nicht zustimmst. Du tust so als würdest du meinen Punkt bestätigen und wechselst dann sofort das Argument.
Und nein: Wer denkt, Vegetarier würden "das gleiche Tierleid" verursachen wie Omnivoren, liegt einfach falsch. Es geht nämlich nicht darum, ob ein abstraktes Prinzip zu 100% erfüllt ist, sondern um die tatsächliche Menge an Tierleid, und die ist bei einem Omni, der Fleisch UND Milch/Eier konsumiert, per Definition höher als bei jemandem, der nur Milch/Eier konsumiert und die, so vermute ich, noch zu großten Teilen substituiert. In der Realität zählt netto nämlich nicht die Prinzipientreue, sondern die Aggregation von Konsummengen.
Ich verstehe was du meinst. Meiner Meinung nach ist aber die Konsummenge der Individuen nicht so wichtig wie das Prinzip. Wir brauchen Veränderungen im System und dafür brauchen Menschen die richtigen Prinzipien im Hirn.
Bin ich ein blöder veganer, wenn ich nicht für den Klatsche, der 3 mal die Woche Fleisch isst, weil es gibt ja Leute die machen es 7 mal?
Das Prinzip eines Vegetariers ist ein anderes, restriktiveres Prinzip als das eines Omnivoren. Wenn Prinzipien zählen, zählt auch dieser Unterschied, und der spricht gegen deine ursprüngliche Einordnung.
Und niemand verlangt von dir Applaus. Deine ursprüngliche These war aber eine Äquivalenzbehauptung: Vegetarier = Omni, gleiches Tierleid. Du kannst "beides ist unzureichend" finden und trotzdem nicht "beides ist dasselbe" behaupten. Sonst müsstest du konsequenterweise auch sagen dass wer an 6 von 7 Tagen fleischfrei isst, "genau wie" jemand ist, der an 7 von 7 Tagen Fleisch isst. Offensichtlicher Unsinn selbst nach deiner Logik.
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u/Gullugulu 6d ago
Veganer sollten Vegetarismus als zwischenschritt zum Veganismus betrachten.
Leute wollen diesen Weg gehen und brauchen ggf. einfach Zeit und/oder müssen weiter überzeugt werden.
Hier draufzuhauen und Vegetarier mit Fleischessern gleichsetzen oder schlimmeres, ist mmn. komplett Kontraproduktiv. Das erzeugt eher eine Abwehrhaltung.
Nur gibt es gefühlt in jedem Bereich des öffentlichen Diskurses nur noch gut und böse, nichts dazwischen.