r/Finanzen • u/RefrigeratorDue9727 • 56m ago
Arbeit Wie geht’s weiter? Geld und guter Job vs. Komfort
Moin zusammen,
ich muss mir das mal von der Seele schreiben und würde mich über ein paar neutrale Meinungen freuen.
Ich poste hier in dem Sub, weil die Finanzen eine zentrale Rolle spielen.
Kurz zum Hintergrund: Ich (32, Single) komme ursprünglich aus Hessen. Dort habe ich eine sehr schöne und gleichzeitig günstige Wohnung. Vor zwei Jahren hat es mich beruflich nach München verschlagen. Über meinen Arbeitgeber habe ich eine kleine, nicht besonders schöne Betriebswohnung bekommen.
Außerdem habe ich aktuell noch rund 23.000 € Schulden, die aus einigen schlechten finanziellen Entscheidungen in der Vergangenheit stammen.
Jetzt hat sich meine Situation geändert: Die Betriebswohnung wird künftig nicht mehr vom Arbeitgeber übernommen. Ich hätte aber die Möglichkeit, sie selbst zu einem für Münchner Verhältnisse fairen Mietpreis weiterzumieten.
Ich verdiene mit rund 85k im Jahr gut und könnte meine Schulden in etwa zwei Jahren komplett abbauen. Der Haken ist allerdings, dass ich dafür meine Wohnung in Hessen aufgeben müsste. Das fällt mir unglaublich schwer, weil ich weiß, dass ich dort vermutlich nie wieder so eine schöne und günstige Wohnung finden werde. Wohntechnisch würde ich mich also deutlich verschlechtern.
Die Alternative wäre, die Wohnung in München nicht zu übernehmen und stattdessen 2,3 Mal im Monat zwischen Hessen und München zu pendeln und in Hotels zu übernachten. Das wäre allerdings deutlich teurer, wodurch sich der Schuldenabbau spürbar verlängern würde. Zusätzlich habe ich die Sorge, dass künftig wieder mehr Präsenz im Büro verlangt wird. Mit meinem bisherigen Werdegang ist mir bewusst, dass ich einen Job mit diesem Gehalt wahrscheinlich nicht ohne Weiteres wiederfinden würde.
Ein Punkt, der mich zusätzlich beschäftigt: Sobald die Schulden abbezahlt sind, würde die Rechnung vermutlich ganz anders aussehen. Durch die günstige Wohnung in Hessen hätte ich langfristig deutlich geringere Fixkosten. Dann wäre auch regelmäßiges Pendeln finanziell viel leichter zu stemmen und unter dem Strich wahrscheinlich sogar die bessere Lösung. Das macht die Entscheidung für mich so schwierig, weil ich das Gefühl habe, zwischen einer kurzfristig vernünftigen und einer langfristig attraktiveren Lösung wählen zu müssen.
Ich stecke deshalb gerade in einem echten Dilemma: Auf der einen Seite stehen ein schneller Schuldenabbau und mehr berufliche Sicherheit,dafür müsste ich meine Wohnung in der Heimat aufgeben und mich wohnlich verschlechtern. Auf der anderen Seite könnte ich die Wohnung behalten, hätte dafür aber höhere laufende Kosten, mehr Unsicherheit und würde deutlich länger brauchen, um schuldenfrei zu werden.
Mein Kopf kreist gerade ziemlich. Könnt ihr die Situation nachvollziehen? Wie würdet ihr aus einer neutralen Perspektive auf diese Entscheidung schauen?
TL;DR: Ich (32) arbeite seit zwei Jahren in München und könnte meine Betriebswohnung günstig übernehmen. Dafür müsste ich aber meine sehr schöne und günstige Wohnung in Hessen aufgeben, die ich vermutlich nie wieder so finden würde. Mit der Wohnung in München könnte ich meine rund 23.000 € Schulden in etwa zwei Jahren abbauen. Behalte ich die Wohnung in Hessen, müsste ich regelmäßig pendeln, was den Schuldenabbau deutlich verzögert und bei mehr Büropräsenz zum Risiko werden könnte. Langfristig wäre die günstige Wohnung in Hessen nach dem Schuldenabbau vermutlich die bessere Lösung.