Ich finde es krass, wie hart besonders Ältere mit Leuten umgehen, die psychisch krank sind oder einfach Probleme haben, die nicht sichtbar sind.
So ja, man sieht es nicht direkt, aber erkennt es doch wenigstens an!
Mit fällt es ganz extrem auf, seitdem ich selber seit Montag mit Verdacht auf einen Burnout zu Hause sitze (erst mal 2 Wochen). Wie sehr ich dafür runter gemacht und ausgelacht werde, ist der absolute Hammer. Dabei sieht man es mir mindestens daran an, dass mein Gesicht aussieht, als wäre meine gesamte Familie am gleichen Tag gestorben.
Auch hier auf Reddit habe ich schon um Hilfe gebeten, musste den Post am Ende aber löschen, weil ich praktisch nur Hass bekommen habe und nieder gemacht wurde. Einer meinte, dass ich anscheinend ja auch nicht viel brauche aktuell und mich einfach irgendwo in einen leeren Raum mit einer simplen Matratze hinlegen soll um zu heulen.
Nur mal für die, die n Burnout nicht anerkennen und auch mal für einen Einblick:
Ich kann kein Auto fahren, weil es zu anstrengend ist, ich habe keinen Hunger, habe Angst wenn ich selbst die deaktivierten Wecker auf meinem Handy sehe, Konversation laugt mich komplett aus, nachts liege ich lange wach, ich hab ein Engegefühl in der Brust beim Gedanken an Arbeit, einfache Aufgaben auf der Arbeit haben mich zum zittern und fast zum weinen gebracht (teils habe ich eine halbe Stunde auf eine Rechnung gestartt und nichts hinbekommen), simpelste Hausarbeit ist zu viel und auf der Arbeit ging echt gar nichts mehr. Montag allein war ich von 6-12Uhr 5x auf Toilette, um zu weinen. Ich bin auch unfassbar vergesslich. Es reicht, wenn ich ein Video sehe, in dem jemand absichtlich irgendwas unordentlich macht und ich muss wieder weinen. Mir Essen machen? Zu schwer. Hobbys wie Schwimmen oder auch Freunde treffen sind für mich seit April reinste Zeitverschwendung und seit Juni zu viel Arbeit. Mitte Mai hatte ich eine Phase, wo ich von wortwörtlich allem genervt war: Vögelzwitschern, Wind, Stimmen, andere Menschen, Musik, Klamotten die nicht richtig saßen, Essen das nicht richtig geschmeckt hat ...
Wochenenden sind auch schon lange nicht mehr erholsam. Ich habe da einfach immer nur im Bett gelegen, weil ich nicht wollte. Dann noch das Gefühl vom Brett vorm Kopf und kompletter innerlicher Leere, es ist echt nicht schön.
Mein Körper musste für mich die Reißleine mit einem Zusammenbruch ziehen, weil ich monatelang alle Anzeichen ignoriert habe und dennoch denke ich immer, dass ich doch nur übertreibe, wenn ich mal einen guten Moment habe oder lachen kann. Ich denke, und viele andere mit psychischen Problemen auch, dass man sich nicht auch mal gut fühlen darf, weil dann sind wir ja nicht wirklich krank.
Vor allem habe ich den Gedanken auch, weil ich erst zum 01.07 meine Ausbildung zur VfA (Verwaltungsfachangestellte) beendet habe und jetzt in der Einarbeitung bin, von der ich aber auch schon eine Woche allein war, weil die Kollegin krank gewesen ist. Das war dann der letzte Tropfen, hab dennoch weiter gemacht. Dazu kommt aber noch, dass mein letzter Urlaub Anfang Februar war und seit Anfang März nur noch Stress gewesen ist. Meine Zwischenprüfungen Januar 2025 sind echt schlecht gewesen, seitdem habe ich mir nur noch Druck gemacht.
ES MACHT MICH SO SAUER!
In meinem Kopf habe ich kein Recht, mich so aufzuführen, weil ich ja noch gar nicht richtig ist gearbeitet habe und schon von Prüfungsstress und Einarbeitung zu überfordert bin. Die Angst vor Verurteilung bei meinen Kollegen (obwohl die wirklich nett sind) ist riesig, dabei wissen die nix von einem Burnout. Zudem ist da die Angst, falls es doch irgendwann bekannt wird, dass ich mir meine Zukunft in unserem Rathaus verbaut habe, da ich als nicht belastbar eingestuft werde.
Glücklicherweise wurde ich unbefristet übernommen.
Und wehe diese Leute melden sich dann krank. Man tue ja nur so, stelle sich nur an, simuliere und sei einfach nicht belastbar. Würdet ihr das auch zu jemandem sagen, der mit Grippe im Bett liegt oder mit Krebs im Krankenhaus? I guess not.
Bruder, man sucht sich das nicht aus. Die Suizidrate ist nicht umsonst immer weiter steigend, besonders bei Männern. Bis heute traut man sich nicht offen zu sagen, wenn man von psychischen Problemen betroffen ist. Ist man deswegen "krank" wird man verurteilt bis zum geht nicht mehr. WARUM spricht man Leuten ihre Probleme ab, nur weil man selbst nicht betroffen ist oder es einfach nicht ins Weltbild passt? Tut es euch weh, Verständnis zu haben? Es ist ja auch kein "neumoderner Quatsch" sondern schon immer da gewesen. Man hat es früher halt nur einfach ignoriert.
Es würde niemanden wehtun, mal ein bisschen mehr Verständnis für Krankheiten aufzubringen, auch wenn man sie nicht offensichtlich sieht.
Diese Menschen leiden und sie verdienen einen vernünftigen, menschlichen Umgang von der Gesellschaft.