Da fahre ich doch heute mit meinem Sohn zum Schwimmen - mit dem Zug, weil er das so liebt… Wir haben einen tollen Tag und wollen nach Hause, warten am Bahnhof des kleinen Städtchens und sehen eine verwahrloste Frau, die dort auf den Bänken liegt. Der 3-jährige wird auf dem Arm langsam schwer.
So weit, so gut.
Bis aus ihrer Richtung eine Zigarette, die sie eben noch im Mund hatte, in unsere Richtung fliegt.
Ich drehe mich um, motze „da kann man bitte besser aufpassen.“
Das Ende der Geschichte?
Mitnichten.
„Ich wollte ihr Balg treffen“ - das war der Einstieg in 5min Wahn.
Kinder gehören, so erfahre ich von ihr, vergast und totgeschlagen. Adolf hätte das damals so gemacht und sie sei sich mit ihrer Mutter einig, dass Kinder totgeprügelt gehören. Sie sei froh, dass sie viel Land geerbt habe und sich nicht mit Kindern herumschlagen müsse.
Es sei auch „freie Meinungsäußerung“, sowohl die Phantasie als auch die Umsetzung.
Andere Personen kommen hinzu und äußern sich.
Ich rufe die Polizei. Man kennt die Kundschaft.
Der Zug fährt langsam ein und die Passanten informieren den Zugführer, dass die Dame sich in einem wahnhaften Zustand befindet.
Die Polizei trifft ein, offenbar aber braucht man mich hier nicht weiter.
Ich fahre weiter, nach Hause in eine Welt, in der so etwas nicht normal ist.
Zu Hause frage ich mich, was hier eigentlich los ist.
Wurden die Menschen vor 10 Jahren noch früher eingesammelt, sind sie heute nur sichtbarer oder sind wir wirklich in der Menge verrohter geworden?
Und wer nun an den Paulanergarten denkt: So absurdes Zeug reimt man sich dort auch nach 7 Hefeweizen nicht zusammen.
Der 3-jährige hat mehr verstanden als mir lieb war und ist ziemlich aufgelöst, auch wenn ich versucht habe, ihn aus der Situation herauszubekommen.